Rochen unterm Kayak durchgeschwommen, wtf! Kugelfisch mit putt-putt Geräusch direkt unter der Ozeanoberfläche im Kreis geschwommen. Fliegender Fisch 5m vor mir aus dem Wasser geschossen [bytheway: Fliegende Fische sind ja wohl die Arschlöcher der Evolution. "Hey, wir können unter Wasser atmen UND fliegen! Was kannst du?"].
Nachts unterm Sternenhimmel mit Gummistiefeln im Fluss rumgestolpert und Garnelen mit einem Kescher gefangen. Neue Brille. Mit der Seilbahn auf den Augenbrauenberg gefahren und dort ein Museum über einen Portugiesen ganz alleine unsicher gemacht.
Ventilator (der den Namen "Airmate" trägt, ohne Schmu) zu meinem neuen besten Freund erklärt. Kühle Wassermelone an einem heissen Tag gegessen. Immer noch nicht den Bafög Antrag ausgefüllt. Mehr Eis zu mir genommen, als gut tut. Mit Schnorchel und Schwimmbrille (das hört sich komisch an, oder? Schwimmbrille...) im Pazifischen Ozean getrieben und kleine blaue Fische zwischen Anemonen hin und her flitzen sehen. Das kleine Kind, dass seine winzigen Händchen ausgestreckt hat, damit ich einen kleinen Einsiedlerkrebs hineinlegen kann. Um ihn dann vergnügt ins Wasser fallen zu lassen.
Abends Eistee bei Tani-san, die mir lachend ihre alten Hochzeitsfotos zeigt. Die kreischenden Mädchen im Schildkrötenmuseum, die bei jeder kleinen Bewegung der Skiturtle vor Bewunderung fast ausgerastet sind, während meine Kollegin und ich versuchten unser Lachen zu unterdrücken. Der Polizist mit rot leuchtendem/blinkendem Polizeiknüppel, der auf dem Fußweg der Brücke den Fußgängerverkehr geregelt hat. Die grellen Lichter auf dem Jahrmarkt, der Geruch nach Takoyaki (darüber schreib ich im nächsten Essensteil mal), gratis Handfächer und ein Kobe-san, der mir begeistert seine Sammlung von Hirschkäfern zeigt.
Die Show meines Awa Odori Tanzvereins. Eine echt gute Vorstellung, die Leute klatschen am Ende wie doof, auf ein Mal geht die Bühnenbeleuchtung aus und ein Lichtkegel richtet sich in die Mitte des Publikums, wo ein Alien steht. Ich schwör's. Auf mein Leben, Alter. Also da stand wirklich ein Kind (?) in einem silbernen Anzug mit Plastik-Alienkopf und wurde von einem Mann zur Bühne geleitet, wo es dann zusammen mit dem Rest der Awa Odori Truppe einen Moment getanzt hat. Japan, ohne Worte.
Boah, Präsenz und Präteritum im Dreiklang. Da müsst ihr jetzt durch. Oder seid es schon, wenn ihr von oben nach unten gelesen habt.
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19 Juli 2009
14 Juli 2009
Hokkaido Extra
Ja, wer hätte das gedacht. Da zaubert sie noch eine Geschichte von der Kartoffelschokoladeinsel aus dem Ärmel (Kartoffelbonbons mag ich übrigens nicht, nur zur Info).
Am Montag war ich den ganzen Tag alleine unterwegs, hauptsächlich in Sapporo, der Hauptstadt Hokkaidos. Währenddessen ist eigentlich nichts weiter aufregendes passiert (bis auf dem Moment, als ich eine Bäckerei entdeckte, die Brezeln verkaufte - leider zu dem Zeitpunkt schon ausverkauft. Wie grausam kann das Leben sein?), bis zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Zug nach Otaru fahren wollte, weil von da aus die Fähre zurück nach Maizuru fuhr. Ich hatte mit Sugimoto-san abgemacht, dass wir uns um 22.00 am Haupteingang des Bahnhofs von Maizuru treffen würden. Also bin ich um 21.10 Uhr auf Plattform 4, wo die Japaner schon brav Schlange gestanden haben. Der Zug sollte um 21.15 Uhr abfahren. Es wurde 21.15 Uhr. Es wurde 21.20 Uhr. Es wurde 21.30 Uhr. Ich frag eine Japanerin neben mir: Aber der Zug fährt schon, oder? Ja, würde er, und noch etwas unverständliches Gebrabbel. Okay. Es wurde 21.40 Uhr. Ich wurde langsam richtig nervös. Bin also zu einem der Schaffner gegangen, ob der Zug denn nun wirklich fahren würde. Ja, aber vermutlich mit einer Stunde Verspätung oder so, es hätte einen Unfall gegeben... Ach so. Na dann. Schön, dass man mir das auch mal mitteilt.
Also schnell zum Telefon, Sugimoto-san bescheid gesagt, dass ich in Sapporo festsitzen und jetzt nach einer anderen Verbindung suchen würde. Zum Schalter gerast, Ticketpreis erstattet bekommen (ohne jegliche Probleme, geht das in Deutschland auch?) und zum Busterminal gehetzt. Und weil mein NameGlücksschweinMia ist, fuhr genau 5 Minuten später ein Bus nach Otaru. Ich bin sogar noch vor der Meute der anderen versetzten Zugfahrgäste angekommen, so dass ich den letzten Sitzplatz bekommen hab.
Tja, wie sollte ich nun Sugimoto-san wissen lassen, dass ich um ca. 23.00 Uhr (eine Stunde später als geplant) am Otaru Hauptbahnhof ankommen würde? Richtig, einfach das Handy des Sitznachbarn schnorren. Hab ich dann auch gemacht und so vereinbart, dass wir uns um 23.00 Uhr am Bahnhof treffen würden. Jedes Mal, wenn der blöde Bus an einer roten Ampel stehen blieb, dachte ich: Wer hat die Dinger eigentlich erfunden? Und wer ist dieser Idiot, der sich daran hält und wirklich stehenbleibt?!
Endlich waren wir angekommen, ich raus aus dem Bus, schnell in das Auto von Sugimoto-san gesprungen, mit ca. 100 Sachen zum Fährhafen gefahren und dort 5 Minuten vor Abfahrt angekommen. Pfa. Girigiri sagt man dazu in Japan.
Übrigens: Herzlichen Glückwunsch an meinen Opa, der heute Geburtstag hat :)
Am Montag war ich den ganzen Tag alleine unterwegs, hauptsächlich in Sapporo, der Hauptstadt Hokkaidos. Währenddessen ist eigentlich nichts weiter aufregendes passiert (bis auf dem Moment, als ich eine Bäckerei entdeckte, die Brezeln verkaufte - leider zu dem Zeitpunkt schon ausverkauft. Wie grausam kann das Leben sein?), bis zu dem Zeitpunkt, als ich mit dem Zug nach Otaru fahren wollte, weil von da aus die Fähre zurück nach Maizuru fuhr. Ich hatte mit Sugimoto-san abgemacht, dass wir uns um 22.00 am Haupteingang des Bahnhofs von Maizuru treffen würden. Also bin ich um 21.10 Uhr auf Plattform 4, wo die Japaner schon brav Schlange gestanden haben. Der Zug sollte um 21.15 Uhr abfahren. Es wurde 21.15 Uhr. Es wurde 21.20 Uhr. Es wurde 21.30 Uhr. Ich frag eine Japanerin neben mir: Aber der Zug fährt schon, oder? Ja, würde er, und noch etwas unverständliches Gebrabbel. Okay. Es wurde 21.40 Uhr. Ich wurde langsam richtig nervös. Bin also zu einem der Schaffner gegangen, ob der Zug denn nun wirklich fahren würde. Ja, aber vermutlich mit einer Stunde Verspätung oder so, es hätte einen Unfall gegeben... Ach so. Na dann. Schön, dass man mir das auch mal mitteilt.
Also schnell zum Telefon, Sugimoto-san bescheid gesagt, dass ich in Sapporo festsitzen und jetzt nach einer anderen Verbindung suchen würde. Zum Schalter gerast, Ticketpreis erstattet bekommen (ohne jegliche Probleme, geht das in Deutschland auch?) und zum Busterminal gehetzt. Und weil mein Name
Tja, wie sollte ich nun Sugimoto-san wissen lassen, dass ich um ca. 23.00 Uhr (eine Stunde später als geplant) am Otaru Hauptbahnhof ankommen würde? Richtig, einfach das Handy des Sitznachbarn schnorren. Hab ich dann auch gemacht und so vereinbart, dass wir uns um 23.00 Uhr am Bahnhof treffen würden. Jedes Mal, wenn der blöde Bus an einer roten Ampel stehen blieb, dachte ich: Wer hat die Dinger eigentlich erfunden? Und wer ist dieser Idiot, der sich daran hält und wirklich stehenbleibt?!
Endlich waren wir angekommen, ich raus aus dem Bus, schnell in das Auto von Sugimoto-san gesprungen, mit ca. 100 Sachen zum Fährhafen gefahren und dort 5 Minuten vor Abfahrt angekommen. Pfa. Girigiri sagt man dazu in Japan.
Übrigens: Herzlichen Glückwunsch an meinen Opa, der heute Geburtstag hat :)
11 Juli 2009
Sorry
das hier grad nichts passiert. Hab ein wenig viel um die Ohren und damit meine ich nicht eine Mütze oder so. Ab Dienstag hab ich dann wieder ein bisschen mehr Zeit und erzähle euch, wie ich fast in Hokkaido geblieben wäre. Ha, jetzt hab ich es doch noch raus mit dem Spannungsbogen. Glaub ich.
03 Juli 2009
Hokkaido
Der Grund für die gähnende Leere in diesem Blog, die fehlende Tinte auf dem blütenweißen Papier, das unangenehme Schweigen im Raum. Denn ich war dort, im hohen Norden Japans, wo es Kartoffelschokolade gibt, wo beleibte Ärzte aus ihren Kayaks fallen, wo man eine Pferdestraße entlangfahren kann und wo es oft nach faulen Eiern riecht. Aber von vorne.
Ohara-san und Moriyoka-san vom Flughafen abgeholt, zum Mittagessen rohes Fleisch (was ich erst merkte, als ich es im Mund hatte, da es kleingeschnitten war und aussah wie Bacon) und zum Nachtisch eben erwähnte Kartoffelschokolade. Oh ja, von KitKat. Die Special Edition, und ich hab eine der letzten erwischt, yay! Hier noch mal in voller Pracht:

Und sie schmeckt überraschenderweise sogar ganz gut. Wobei mein Chef nur trocken anmerkte, dass das daran liegen müsse, dass ich Deutsche sei... Soviel zu einer vorurteilsfreien Welt.
Nachmittags dann die Kayaks zusammengezimmert und zu einem geheimen See gepaddelt, den wir aufgrund der hohen Mückenpopulation allerdings schnell wieder verließen und dabei am Hügel der singenden Kaninchen vorbei kamen. That's Japan.
Am nächsten Tag ging's früh los, auf einem spiegelglatten See die fliegenfischenden Angler in der Nähe des Ufers schnell hinter uns gelassen, um auf der anderen Seite natürliche heiße Quellen vorzufinden. Daher auch der Geruch nach Schwefel (= faulen Eiern). Also erst mal die Beine ins warme Wasser baumeln lassen, das war schön.
Am selben Tag ließen wir unsere Kayaks dann einen schlammigen Fluss hinuntertreiben, zu der glasklaren Atmosphäre am Morgen ein starker Kontrast. Ich fühlte mich an die Everglades erinnert, obwohl ich da noch nie war. Wir waren erst ein Stück den Seitenarm flussaufwärts gerudert, wo uns ein Herr in merkwürdig gefärbtem Kayak ganz alleine entgegen gepaddelt kam. Schon da dachte ich: Na, so ganz alleine und relativ unbeholfen... Das könnte spannend werden.
Wurde es dann auch. Wir drehten um und ließen uns von der schnellen Strömung des Hauptflusses treiben, als wir nach vielleicht 20min. Eine Stimme hörten: "Sumimaseeen [=Entschuldigung], könnten Sie mir vielleicht helfen?" Jedenfalls glaube ich das. So wirklich verstanden hab ich den Kerl nicht, der etwas verloren und nass am Flussufer stand, während wir vorbeitrieben. Ohara-san erklärte mir, dass er gekentert war (hatte ich mir komischerweise gedacht) und er versuchen würde zu Fuss weiter zu gehen, aber wir sollten doch bitte seiner Frau sagen, dass alles in Ordnung wäre, die würde nämlich ein paar Kilometer flussabwärts auf ihn warten und vielleicht etwas besorgt, wenn sie das leere Kayak vorbeitreiben sähe. Wir konnten ihn leider nicht mitnehmen, dafür sind die Kayaks zu klein. Des Mannes Situation war aber etwas schwierig, da der Fluss nicht in einem festen Ufer endete, sondern in einer Art Sumpf mit Bäumen, die aus dem Wasser empor wuchsen und so weiter. Wie gesagt, Everglades. Vielleicht noch mal 20min später hatten wir das Kayak dann eingeholt und eingesammelt, um der Frau (die an dem Ort stand, der auch unser Zielpunkt war) mitteilen zu können, dass mit ihrem Mann alles in Ordnung sei. Dann Polizei gerufen und das nächste Kayak kam an, der Guide hatte schon seinen Leuten Bescheid gesagt, damit sie ein Motorboot vorbeischicken und und und. Für die heldenhafte Rettung des Kayaks wurden wir dann zum Mittagessen eingeladen, nice.
Ein anderes Highlight war die Kayaktour zu den Seerobben. Oh ja, Robben! Und sie waren so süß! Wie sie in einige Entfernung neben den Kayaks schwammen, die kleinen Köpfchen mit den großen Kulleraugen aus dem Wasser streckend... Awesome. Dann war da noch der Moment, in dem wir angehalten haben, um ein Eis zu kaufen und ich danach schnell zu einer kleinen Weide gelaufen bin, auf der süße Ponies Grashalme rupften. So war ich also dabei, aus meiner einen Hand das Eis zu schlemmen, während das kleine Pony genüßlich meine andere Hand abschlabberte.
Am nächsten Morgen ging es dann auf einen Vulkan, so in echt und wirklich. Da roch es dann auch nach faulen Eiern, aber das war okay. Und schon war der Spuk wieder vorbei, noch einen Tag alleine Sapporo unsicher gemacht und dann zurück nach Tokushima. Diese Information nur für diejenigen, die bis hier unten durchgehalten haben :)
Ohara-san und Moriyoka-san vom Flughafen abgeholt, zum Mittagessen rohes Fleisch (was ich erst merkte, als ich es im Mund hatte, da es kleingeschnitten war und aussah wie Bacon) und zum Nachtisch eben erwähnte Kartoffelschokolade. Oh ja, von KitKat. Die Special Edition, und ich hab eine der letzten erwischt, yay! Hier noch mal in voller Pracht:
Und sie schmeckt überraschenderweise sogar ganz gut. Wobei mein Chef nur trocken anmerkte, dass das daran liegen müsse, dass ich Deutsche sei... Soviel zu einer vorurteilsfreien Welt.
Nachmittags dann die Kayaks zusammengezimmert und zu einem geheimen See gepaddelt, den wir aufgrund der hohen Mückenpopulation allerdings schnell wieder verließen und dabei am Hügel der singenden Kaninchen vorbei kamen. That's Japan.
Am nächsten Tag ging's früh los, auf einem spiegelglatten See die fliegenfischenden Angler in der Nähe des Ufers schnell hinter uns gelassen, um auf der anderen Seite natürliche heiße Quellen vorzufinden. Daher auch der Geruch nach Schwefel (= faulen Eiern). Also erst mal die Beine ins warme Wasser baumeln lassen, das war schön.
Am selben Tag ließen wir unsere Kayaks dann einen schlammigen Fluss hinuntertreiben, zu der glasklaren Atmosphäre am Morgen ein starker Kontrast. Ich fühlte mich an die Everglades erinnert, obwohl ich da noch nie war. Wir waren erst ein Stück den Seitenarm flussaufwärts gerudert, wo uns ein Herr in merkwürdig gefärbtem Kayak ganz alleine entgegen gepaddelt kam. Schon da dachte ich: Na, so ganz alleine und relativ unbeholfen... Das könnte spannend werden.
Wurde es dann auch. Wir drehten um und ließen uns von der schnellen Strömung des Hauptflusses treiben, als wir nach vielleicht 20min. Eine Stimme hörten: "Sumimaseeen [=Entschuldigung], könnten Sie mir vielleicht helfen?" Jedenfalls glaube ich das. So wirklich verstanden hab ich den Kerl nicht, der etwas verloren und nass am Flussufer stand, während wir vorbeitrieben. Ohara-san erklärte mir, dass er gekentert war (hatte ich mir komischerweise gedacht) und er versuchen würde zu Fuss weiter zu gehen, aber wir sollten doch bitte seiner Frau sagen, dass alles in Ordnung wäre, die würde nämlich ein paar Kilometer flussabwärts auf ihn warten und vielleicht etwas besorgt, wenn sie das leere Kayak vorbeitreiben sähe. Wir konnten ihn leider nicht mitnehmen, dafür sind die Kayaks zu klein. Des Mannes Situation war aber etwas schwierig, da der Fluss nicht in einem festen Ufer endete, sondern in einer Art Sumpf mit Bäumen, die aus dem Wasser empor wuchsen und so weiter. Wie gesagt, Everglades. Vielleicht noch mal 20min später hatten wir das Kayak dann eingeholt und eingesammelt, um der Frau (die an dem Ort stand, der auch unser Zielpunkt war) mitteilen zu können, dass mit ihrem Mann alles in Ordnung sei. Dann Polizei gerufen und das nächste Kayak kam an, der Guide hatte schon seinen Leuten Bescheid gesagt, damit sie ein Motorboot vorbeischicken und und und. Für die heldenhafte Rettung des Kayaks wurden wir dann zum Mittagessen eingeladen, nice.
Ein anderes Highlight war die Kayaktour zu den Seerobben. Oh ja, Robben! Und sie waren so süß! Wie sie in einige Entfernung neben den Kayaks schwammen, die kleinen Köpfchen mit den großen Kulleraugen aus dem Wasser streckend... Awesome. Dann war da noch der Moment, in dem wir angehalten haben, um ein Eis zu kaufen und ich danach schnell zu einer kleinen Weide gelaufen bin, auf der süße Ponies Grashalme rupften. So war ich also dabei, aus meiner einen Hand das Eis zu schlemmen, während das kleine Pony genüßlich meine andere Hand abschlabberte.
Am nächsten Morgen ging es dann auf einen Vulkan, so in echt und wirklich. Da roch es dann auch nach faulen Eiern, aber das war okay. Und schon war der Spuk wieder vorbei, noch einen Tag alleine Sapporo unsicher gemacht und dann zurück nach Tokushima. Diese Information nur für diejenigen, die bis hier unten durchgehalten haben :)
18 Juni 2009
Heute
habe ich Dinge gesehen, die ich nicht sehen wollte. Und ihr vermutlich auch nicht sehen wollen würdet. Da ja D-d-d-donnerstag ist, bin ich morgens zum Schildkrötenmuseum geradelt, um die kleinen Tierchen mit meiner Anwesenheit zu beglücken.
Leider hatte ich irgendwie den falschen Tag erwischt, denn in der Nacht zuvor war eine Schildkröte tot am Strand angeschwemmt worden. An sich schon eine traurige Sache, aber noch ein bisschen trauriger war, dass sie obduziert wurde... Da stand ich also mit Mai-san und hab Fische geschnippelt, während 3m weiter vor mir eine Schildkröte auseinander genommen wurde. Mit einem Teppichmesser. Immerhin hatten wir diese schönen Atemmasken auf, die Japaner sowieso sehr gerne und in allen möglichen Situationen tragen. Am Anfang musste ich immer wieder hinschauen, aber irgendwann hab ich es geschafft mich nur auf die Fische vor mir zu konzentrieren und nicht auf das Blutbad ein paar Meter weiter vorne. Durfte danach etwas früher gehen, weil der Chef gemerkt hat, das ich doch etwas grün um die Nase war...
Und heute Nachmittag hab ich um das Haus herum ein bisschen aufgeräumt. Tja. Viele Regenwürmer (die im ersten Moment wie verrückt rumspacken, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind, machen die das schon immer so?), eine kleine und eine große Krabbe und - wie könnte es anders sein - Spinnen. Eine davon schwarz mit gelben Streifen und irgendwie giftig aussehend. Argh. Gar nicht zu reden von Maden, Kellerasseln, Käfern und anderem glibschigen Zeug, das ich mir nicht näher angesehen hab. Narf. Und es ist heiss. Erwähnte ich, dass es heiss ist? Eigentlich ist momentan Regenzeit, aber die Sonne brennt uns jeden Tag das Gehirn aus dem Kopf. Ich fahr jedenfalls nächste Woche in den Norden, da wo die Luft klar und das Wasser rein ist :) Hokkaido, ich komme!
Leider hatte ich irgendwie den falschen Tag erwischt, denn in der Nacht zuvor war eine Schildkröte tot am Strand angeschwemmt worden. An sich schon eine traurige Sache, aber noch ein bisschen trauriger war, dass sie obduziert wurde... Da stand ich also mit Mai-san und hab Fische geschnippelt, während 3m weiter vor mir eine Schildkröte auseinander genommen wurde. Mit einem Teppichmesser. Immerhin hatten wir diese schönen Atemmasken auf, die Japaner sowieso sehr gerne und in allen möglichen Situationen tragen. Am Anfang musste ich immer wieder hinschauen, aber irgendwann hab ich es geschafft mich nur auf die Fische vor mir zu konzentrieren und nicht auf das Blutbad ein paar Meter weiter vorne. Durfte danach etwas früher gehen, weil der Chef gemerkt hat, das ich doch etwas grün um die Nase war...
Und heute Nachmittag hab ich um das Haus herum ein bisschen aufgeräumt. Tja. Viele Regenwürmer (die im ersten Moment wie verrückt rumspacken, wenn sie der Sonne ausgesetzt sind, machen die das schon immer so?), eine kleine und eine große Krabbe und - wie könnte es anders sein - Spinnen. Eine davon schwarz mit gelben Streifen und irgendwie giftig aussehend. Argh. Gar nicht zu reden von Maden, Kellerasseln, Käfern und anderem glibschigen Zeug, das ich mir nicht näher angesehen hab. Narf. Und es ist heiss. Erwähnte ich, dass es heiss ist? Eigentlich ist momentan Regenzeit, aber die Sonne brennt uns jeden Tag das Gehirn aus dem Kopf. Ich fahr jedenfalls nächste Woche in den Norden, da wo die Luft klar und das Wasser rein ist :) Hokkaido, ich komme!
01 Juni 2009
Wolkenwandern
hört sich irgendwie besser an, als die harte Realität: Trailrunning in den Bergen. Tsururigsan, ein so harmloser Name, aber ich hab die dunkle Seite des Berges kennen gelernt. Aber von vorne. Am Mittwoch haben wir Kaburaki-san vom Flughafen abgeholt. Mein Spitzname für ihn (bis mich Sugimoto-san ermahnt hat, ich solle doch bitte seinen wirklichen Namen verwenden, bevor derjenige welcher eintrifft): Crazy Man. Es war nämlich nicht Sugimoto-san (wie ich fälschlicherweise in diesem Blog kundtat), sondern Kaburaki-san, der bei dem 160km Rennen um den Montblanc den vierten Platz belegte. Ich denke Crazy Man trifft es ganz gut, aber von mir aus auch Kaburaki-san. 3 Tage lang ist Crazy Man also in den Bergen von Tokushima rumgehüpft, während Sugimoto-san und ich ein paar kleinere Routen abgelaufen sind. Am Samstag und Sonntag haben wir nämlich ein Trailrunning Event veranstaltet, bei dem Kaburaki-san willigen Opfern die Kunst des Bergehochhetzens beigebracht hat. And there I was, inmitten einer Horde von masochistischen Japanern, die Luft erfüllt vom Duft synthetischer Klamotten mit einem Hauch Schweiß und ein wunderbarer Blick auf - gar nichts. [Gar nicht wird übrigens gar nicht zusammen geschrieben.] Wir waren nämlich inmitten der Wolken (um mal wieder auf den Titel zurück zu kommen) und die Sicht dementsprechend brilliant. Eins der wenigen Male, wo ich dachte: Auf den Fotos sah das aber besser aus.
Am Sonntag durfte ich dann auf eigene Faust los, weil die Trailrunningstrecke ein wenig zu lang für einen Profi wie mich war. Also alleine den Berg runtergestolpert, über Baumstämme geklettert, fast auf eine Schlange getreten, einem kleinen Krebs versichert, dass er seine Scheren wieder einpacken könne, weil ich nicht die Absicht hätte ihn zu verspeisen [ich hab heute übrigens rohen Oktopuss gegessen, falls ich das noch nicht erwähnt hatte], ein Eis und Erdnusskekse in einem wunderlichen Laden inmitten der Wildnis gekauft und durch ein Meer von Spinnenweben gewatet. Erwähnenswert vielleicht noch die Freundlichkeit der Japaner: Insgesamt 3 Mal hat jemand angehalten, um zu fragen, ob ich mitfahren wollte. Jedes Mal, nachdem ich "Nein, danke." gesagt hatte, hab ich gedacht, dass ich das sicher bereuen werde, weil es doch noch ein paar Höhenmeter zu bewältigen gab. War aber nicht so schlimm, bis auf den Moment, in dem irgendwas im Wald komische Geräusche gemacht hat und ich mich an die Schilder am Anfang des Weges erinnerte, die vor Bären warnten... Sugimoto-san hatte mal erwähnt, dass viele Leute kleine Glöckchen bei sich tragen, um den Bären vor ihrer Ankunft zu warnen. Ich hatte natürlich kein Glöckchen, aber mein immenses Gehirnvolumen ermöglichte die Gedankengänge, die dazu führten, dass ich singend durch den Wald lief. Lalalalapingping. Vor dem Gesang würde selbst der hartgesottenste Bär flüchten, soviel war sicher. Nach 7 Stunden war dieses Abenteuer auch wieder vorbei und der Wald wieder sicher vor mir.
Am Sonntag durfte ich dann auf eigene Faust los, weil die Trailrunningstrecke ein wenig zu lang für einen Profi wie mich war. Also alleine den Berg runtergestolpert, über Baumstämme geklettert, fast auf eine Schlange getreten, einem kleinen Krebs versichert, dass er seine Scheren wieder einpacken könne, weil ich nicht die Absicht hätte ihn zu verspeisen [ich hab heute übrigens rohen Oktopuss gegessen, falls ich das noch nicht erwähnt hatte], ein Eis und Erdnusskekse in einem wunderlichen Laden inmitten der Wildnis gekauft und durch ein Meer von Spinnenweben gewatet. Erwähnenswert vielleicht noch die Freundlichkeit der Japaner: Insgesamt 3 Mal hat jemand angehalten, um zu fragen, ob ich mitfahren wollte. Jedes Mal, nachdem ich "Nein, danke." gesagt hatte, hab ich gedacht, dass ich das sicher bereuen werde, weil es doch noch ein paar Höhenmeter zu bewältigen gab. War aber nicht so schlimm, bis auf den Moment, in dem irgendwas im Wald komische Geräusche gemacht hat und ich mich an die Schilder am Anfang des Weges erinnerte, die vor Bären warnten... Sugimoto-san hatte mal erwähnt, dass viele Leute kleine Glöckchen bei sich tragen, um den Bären vor ihrer Ankunft zu warnen. Ich hatte natürlich kein Glöckchen, aber mein immenses Gehirnvolumen ermöglichte die Gedankengänge, die dazu führten, dass ich singend durch den Wald lief. Lalalalapingping. Vor dem Gesang würde selbst der hartgesottenste Bär flüchten, soviel war sicher. Nach 7 Stunden war dieses Abenteuer auch wieder vorbei und der Wald wieder sicher vor mir.
24 Mai 2009
Spinnen totstarren
Kann ich leider nicht. Hab's eben erfolglos während 10 langer Minuten versucht. Die Spinne auf der Küchentür, ich auf dem Küchentisch. Im Hintergrund lief "Weapon of Choice", wie passend. Hab dann die Taktik der Feigheit Konfliktvermeidung gewählt und bin durch die Eingangstür raus, um durch meinen Terrasseneingang wieder in mein Zimmer zu gehen. Damit hast du nicht gerechnet, Spinne! Bleibt nur das unangenehme Kribbeln im Nacken, weil sie ja doch irgendwie noch im Haus ist...
Schnell, Themawechsel. Riverkayak, im Volksmund auch Flusskayak genannt. Done it. Auf der Fahrt zum Fluss meinte Sugimoto-san großzügig:"Wenn du kein einziges mal kenterst, dann bekommst du nachher ein Eis!"
Meine erste Reaktion:"Yeah, Eis! Ich werd mein Bestes geben." Einen Augenblick später dachte ich mir nur: Mooooment. Wenn ich ein Eis haben will, dann kauf ich mir selbst eins! Ich bin ja keine 8 Jahre mehr, oder wie? Sehr schön aber, wie ich mit meinen 22 Jahren gleich glänzende Augen bei dem Wort Eis bekommen hab. Hab dann nachgefragt, wie oft ich denn seiner Meinung nach kentern werde und er meinte nach kurzem Überlegen: 2 Mal.
Und wie oft bin ich gekentert? Ganze 3 Mal. Ich dachte mir halt, dass ich einfach noch einen drauf setze. 2 Mal kentern, dass kann ja jeder! Mein Kayak also kieloben und ich in den wilden Fluten des Flusses, klammer mich an Paddel und Boot und schieße knapp an unzähligen Felsen vorbei, bevor ich in einem ruhigeren Abschnitt etwas Atem schöpfen kann [okay, leicht übertrieben, aber ganz ungefährlich war's vielleicht wirklich nicht]. Und was macht mein Chef? Er lacht mich aus. Danke! Ich stehe tropfnass im halbhohen Wasser, während er vor sich hin giggelt... Hab dann halb entrüstet und halb belustigt versucht meine Würde zu bewahren und ihn angeraunzt, dass er gefälligst aufhören solle zu lachen, ich würde hier schliesslich arbeiten. Hat ihn leider auch nicht beeindruckt. Ich muss offensichtlich an meinem bösen Blick arbeiten.
Das Kentern an sich war aber echt nicht schlimm, es war ein ziemlich heisser Tag und ich war für die Abkühlung relativ dankbar. Sugimoto-san hat mir dann später noch großzügig erlaubt, ihn auszulachen, wenn er mal kentern sollte. Schade nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering ist.
Schnell, Themawechsel. Riverkayak, im Volksmund auch Flusskayak genannt. Done it. Auf der Fahrt zum Fluss meinte Sugimoto-san großzügig:"Wenn du kein einziges mal kenterst, dann bekommst du nachher ein Eis!"
Meine erste Reaktion:"Yeah, Eis! Ich werd mein Bestes geben." Einen Augenblick später dachte ich mir nur: Mooooment. Wenn ich ein Eis haben will, dann kauf ich mir selbst eins! Ich bin ja keine 8 Jahre mehr, oder wie? Sehr schön aber, wie ich mit meinen 22 Jahren gleich glänzende Augen bei dem Wort Eis bekommen hab. Hab dann nachgefragt, wie oft ich denn seiner Meinung nach kentern werde und er meinte nach kurzem Überlegen: 2 Mal.
Und wie oft bin ich gekentert? Ganze 3 Mal. Ich dachte mir halt, dass ich einfach noch einen drauf setze. 2 Mal kentern, dass kann ja jeder! Mein Kayak also kieloben und ich in den wilden Fluten des Flusses, klammer mich an Paddel und Boot und schieße knapp an unzähligen Felsen vorbei, bevor ich in einem ruhigeren Abschnitt etwas Atem schöpfen kann [okay, leicht übertrieben, aber ganz ungefährlich war's vielleicht wirklich nicht]. Und was macht mein Chef? Er lacht mich aus. Danke! Ich stehe tropfnass im halbhohen Wasser, während er vor sich hin giggelt... Hab dann halb entrüstet und halb belustigt versucht meine Würde zu bewahren und ihn angeraunzt, dass er gefälligst aufhören solle zu lachen, ich würde hier schliesslich arbeiten. Hat ihn leider auch nicht beeindruckt. Ich muss offensichtlich an meinem bösen Blick arbeiten.
Das Kentern an sich war aber echt nicht schlimm, es war ein ziemlich heisser Tag und ich war für die Abkühlung relativ dankbar. Sugimoto-san hat mir dann später noch großzügig erlaubt, ihn auszulachen, wenn er mal kentern sollte. Schade nur, dass die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering ist.
22 Mai 2009
How to survive a boring meeting
Manchmal könnte ja der Verdacht aufkommen, dass ich nur Sport betreibe während meines Praktikums und ja gar nichts fürs Studium lerne, hehe. Aber auch mein Leben besteht nicht nur aus Kayakfahren und Trailrunning, ein anderer großer Teil wird von Meetings eingenommen. Meetings... Leute diskutieren, Ideen werden ausgetauscht, Beschlüsse gefasst. Glaube ich. Denn ein zentrales Problem kann nicht so leicht wegdiskutiert werden - ich kann kein japanisch. Oder zumindest nur ein bisschen und dann kommt noch dazu, dass hier in Hiwasa ein netter Dialekt gesprochen wird, den ich absolut nicht verstehe. Außerdem würde meine Position als Praktikantin es mir eh nicht erlauben das Wort zu ergreifen, selbst mein Chef spricht manchmal nur sehr wenig in solchen Meetings. Aufgrund eines konstanten Schlafmangels stellt es sich also etwas schwierig dar, während dieser wichtigen Sitzungen nicht einzunicken, weswegen ich ein paar Techniken entwickelt habe, um mein Gehirn am Laufen zu halten. Es folgen also die wichtigsten Tipps, um ein langweiliges Meeting zu überleben.
1. Gedichte schreiben. Man tut so, als würde man wichtige Details der Diskussion festhalten, aber in Wirklichkeit mutiert man zu Goethe. Hier ein Auszug meines neuesten Werks, am Mittwoch erstellt:
"Ich bin in einem Meeting
und beobachte Nasenhaare. [Der Typ, der mir gegenüber saß, hatte eine beachtliche Menge davon]
Am liebsten würd ich jetzt sing' [okay, scheiß Reim, aber egal]
Tutti Frutti oder Frutti di Mare. [nicht vergessen, ich war halb am einschlafen]
Meine Arme tun ein bisschen weh,
vom vielen Kayakfahren.
Trank grade aus Langeweile Kaffee, [mehr dazu in Tipp 2]
wie lange muss ich noch ausharren?"
2. Barmixer. Bei den meisten Meetings wird immer was zu trinken serviert, hauptsächlich Kaffee. Mag ich eigentlich nicht, aber man nimmt halt, was grade da ist. Der Trick besteht darin, erst ein bisschen Milch einzugiessen, probieren, noch ein bisschen mehr Milch, wieder probieren, und so weiter. Zwischendurch rühren und die Tasse auf dem Tisch hin und her schieben. Den Zucker verwende ich inzwischen (als Profi) für ein anderes Manöver und damit wären wir schon bei
3. Zuckerverköstigen. Der Zucker kommt meistens in diesen länglichen Papiertuben und das gilt es auszunutzen. Unter dem Tisch ein bisschen Zucker auf den Zeigefinger und dann schnell, wenn keiner schaut, an den Mund geführt und abgeleckt. Hört sich nicht sonderlich spannend an, aber wenn man seit einer Stunde in einem Meeting sitzt und nichts versteht, dann ist das der absolute Adrelaninkick. Ohne Scheiß.
4. Copycat. Leute imitieren, ein großer Spass. Man sitzt in einem Meeting und kopiert unauffällig die Haltung der Mitmeeter. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, wenn man erwischt wird, ist es vermutlich nicht mehr so lustig. Also zwischendurch Leute wechseln und nicht zu offensichtlich agieren. Der Wahnsinn, was Menschen mit Kugelschreibern anstellen können.
5. MeetingmaterialCollage. Hierbei nutzt man die vorhandenen Materialien zu eigenen künstlerischen Zwecken. Heute z.B. hab ich auf der Landkarte verschiedene Fischarten ins Meer gemalt und in der Küstenlinie einen Mann mit Schnurrbart entdeckt, guckst du hier:
Tja, das wäre soweit alles, was bis jetzt mein Überleben in langweiligen Meetings gesichtert hat. Als Profi schaffe ich es natürlich während der ganzen Zeit aufmerksam auszusehen und so zu tun, als ob ich noch nie etwas interessanteres gehört hätte. Jemals.
1. Gedichte schreiben. Man tut so, als würde man wichtige Details der Diskussion festhalten, aber in Wirklichkeit mutiert man zu Goethe. Hier ein Auszug meines neuesten Werks, am Mittwoch erstellt:
"Ich bin in einem Meeting
und beobachte Nasenhaare. [Der Typ, der mir gegenüber saß, hatte eine beachtliche Menge davon]
Am liebsten würd ich jetzt sing' [okay, scheiß Reim, aber egal]
Tutti Frutti oder Frutti di Mare. [nicht vergessen, ich war halb am einschlafen]
Meine Arme tun ein bisschen weh,
vom vielen Kayakfahren.
Trank grade aus Langeweile Kaffee, [mehr dazu in Tipp 2]
wie lange muss ich noch ausharren?"
2. Barmixer. Bei den meisten Meetings wird immer was zu trinken serviert, hauptsächlich Kaffee. Mag ich eigentlich nicht, aber man nimmt halt, was grade da ist. Der Trick besteht darin, erst ein bisschen Milch einzugiessen, probieren, noch ein bisschen mehr Milch, wieder probieren, und so weiter. Zwischendurch rühren und die Tasse auf dem Tisch hin und her schieben. Den Zucker verwende ich inzwischen (als Profi) für ein anderes Manöver und damit wären wir schon bei
3. Zuckerverköstigen. Der Zucker kommt meistens in diesen länglichen Papiertuben und das gilt es auszunutzen. Unter dem Tisch ein bisschen Zucker auf den Zeigefinger und dann schnell, wenn keiner schaut, an den Mund geführt und abgeleckt. Hört sich nicht sonderlich spannend an, aber wenn man seit einer Stunde in einem Meeting sitzt und nichts versteht, dann ist das der absolute Adrelaninkick. Ohne Scheiß.
4. Copycat. Leute imitieren, ein großer Spass. Man sitzt in einem Meeting und kopiert unauffällig die Haltung der Mitmeeter. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, wenn man erwischt wird, ist es vermutlich nicht mehr so lustig. Also zwischendurch Leute wechseln und nicht zu offensichtlich agieren. Der Wahnsinn, was Menschen mit Kugelschreibern anstellen können.
5. MeetingmaterialCollage. Hierbei nutzt man die vorhandenen Materialien zu eigenen künstlerischen Zwecken. Heute z.B. hab ich auf der Landkarte verschiedene Fischarten ins Meer gemalt und in der Küstenlinie einen Mann mit Schnurrbart entdeckt, guckst du hier:
Tja, das wäre soweit alles, was bis jetzt mein Überleben in langweiligen Meetings gesichtert hat. Als Profi schaffe ich es natürlich während der ganzen Zeit aufmerksam auszusehen und so zu tun, als ob ich noch nie etwas interessanteres gehört hätte. Jemals.
15 Mai 2009
Eine Woche voller Awesomeness
neigt sich langsam dem Ende zu. Der Anfang ließ sich schon sehen, quasi der Klimax vor der Spannungssteigerung - ich hab im Deutschunterricht gefehlt, als es um das korrekte Erzählen von Geschichten ging. Ich hatte frei! 3 Tage am Stück, 72 lange Stunden. Wahnsinn. Hab mich morgens aufgemacht und bin mit der Bimmelbahn nach Tokushima, um da einen Bus nach Kochi zu nehmen. Kochi, das Land, in dem Träume wahr werden und Wunder Wirklichkeit. Oder so. Irgendwann nachmittags angekommen, die Tourist Info am Bahnhof für mehrere Stunden lahm gelegt und erfolgreich 2 Übernachtungen in einem traditionellen Japanischen Gasthaus gebucht. Da bin ich dann auch nach dem Kauf von FlipFlops (wie konnte ich so lange ohne überleben?) hingetingelt und wurde von einer süßen alten Dame empfangen. Hund neben der Couch, Zimmer mit Futon.
Die nächsten Tage besichtigte ich das Schloss, betrieb ein bisschen Sightseeing und fühlte mich wie Indiana Jones, als ich die Tropfsteinhöhlen von Ryulalala erkundigte. Jungfrau Maria und Buddha inklusive. Sehr schnell war auch schon wieder Mittwoch abend und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hiwasa. Doch damit war die Awesomeness noch nicht vorbei, weit gefehlt! Am Donnerstag Nachmittag stachen mein Kayak und ich in See, zum ersten Mal alleine, yay. Vielleicht bin es ja auch nur ich, aber der Ozean ist einfach nur cool. Bin ruhig zwischen den Felsen dahingetrieben und hab die Fische unter mir beobachtet, die Quallen, Algen und Korallen. Dann an einem Strand Pause gemacht und Schnecken, Muscheln und Krebse gesammelt - nice. Heute morgen dann ein neues Kapitel Awesomeness: Surfen! Junko-san und ich mit Neopren Anzug und Surfboard am Strand... a Draum. Gar nicht mal so einfach die Sache, lasst es euch gesagt sein. Hab's nicht wirklich gebacken bekommen, aufzustehen, aber war trotzdem Phun! Erst mal mit dem Board klar kommen war meine Devise. Werde definitiv einen nächsten Versuch starten. Wellen, nehmt euch in Acht, mwahaha!
Die nächsten Tage besichtigte ich das Schloss, betrieb ein bisschen Sightseeing und fühlte mich wie Indiana Jones, als ich die Tropfsteinhöhlen von Ryulalala erkundigte. Jungfrau Maria und Buddha inklusive. Sehr schnell war auch schon wieder Mittwoch abend und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hiwasa. Doch damit war die Awesomeness noch nicht vorbei, weit gefehlt! Am Donnerstag Nachmittag stachen mein Kayak und ich in See, zum ersten Mal alleine, yay. Vielleicht bin es ja auch nur ich, aber der Ozean ist einfach nur cool. Bin ruhig zwischen den Felsen dahingetrieben und hab die Fische unter mir beobachtet, die Quallen, Algen und Korallen. Dann an einem Strand Pause gemacht und Schnecken, Muscheln und Krebse gesammelt - nice. Heute morgen dann ein neues Kapitel Awesomeness: Surfen! Junko-san und ich mit Neopren Anzug und Surfboard am Strand... a Draum. Gar nicht mal so einfach die Sache, lasst es euch gesagt sein. Hab's nicht wirklich gebacken bekommen, aufzustehen, aber war trotzdem Phun! Erst mal mit dem Board klar kommen war meine Devise. Werde definitiv einen nächsten Versuch starten. Wellen, nehmt euch in Acht, mwahaha!
10 Mai 2009
Jobinterview
Sugimoto-san, Owa-san und ich saßen am Tisch und starrten auf das kleine Häufchen Elend, das sich um den Job bewirbt. Der tat mir echt leid, ein kleines Männchen und sehr nervös. Dabei waren wir gar nicht böse. Zumindest soweit ich verstanden hab. Ich wurde während des statischen japanischen Rauschens von einer Spinne abgelenkt, die quer hinter dem Bewerber über die Wand krabbelte. Und als ich dann in einer Ecke der Küche einen Karton mit der Aufschrift "Kitchen Scale" sah, hätte ich vor Empörung fast was gesagt. Da back ich seit eh und je immer nach Gefühl und hab nur einen Messbecher, der Milliliter und Mehlvolumen anzeigt, während eine Küchenwaage seelenruhig in der Ecke vor sich hinschlummert? Schön, dass mir so was verschwiegen wird. Sugimoto-san unterbrach meine Gedankengänge, ob ich noch eine Frage an den Kandidaten hätte.
Ich: "Was für Musik hören Sie gerne?"
Bewerber:"Bruce."
Ich: "Bruce? Ist das ein japanischer Sänger?"
Owa-san: "Nein, Bruce. Das ist amerikanische Musik."
Ich: "Mh, kenn ich nicht. Bruce..." [Dachte an einen Rapper oder so.]
Sugimoto-san: "Doch, das kennst du. Bruce."
Ich: "Achsooooo. Blues! Ihr meint Blues!"
Sugimoto-san: "Ja, haben wir doch gesagt. Und, was sagst du zu seinem Musikgeschmack?"
Ich: "Geht in Ordnung, er kann bei uns anfangen."
Solche Situationen gibt es öfter. Wenn wir auf dem Ozean paddeln und Sugimoto-san sagt, dass wir zu dem Lock da drüben fahren. Aha. Welches Schloss? Ne, zum Lock. Achsooo, der Rock [=Stein]. Ist aber eigentlich ganz lustig. Japaner können nämlich sehr wohl ein 'r' aussprechen, aber immer nur dann, wenn sie eigentlich ein 'l' sagen sollten. Japanisches Englisch ist echt speziell, ich bin froh, dass ich danach (hoffentlich) in Schottland weiter studiere, sonst verkommt mein angelsächsisch hier noch ganz :)
Ich: "Was für Musik hören Sie gerne?"
Bewerber:"Bruce."
Ich: "Bruce? Ist das ein japanischer Sänger?"
Owa-san: "Nein, Bruce. Das ist amerikanische Musik."
Ich: "Mh, kenn ich nicht. Bruce..." [Dachte an einen Rapper oder so.]
Sugimoto-san: "Doch, das kennst du. Bruce."
Ich: "Achsooooo. Blues! Ihr meint Blues!"
Sugimoto-san: "Ja, haben wir doch gesagt. Und, was sagst du zu seinem Musikgeschmack?"
Ich: "Geht in Ordnung, er kann bei uns anfangen."
Solche Situationen gibt es öfter. Wenn wir auf dem Ozean paddeln und Sugimoto-san sagt, dass wir zu dem Lock da drüben fahren. Aha. Welches Schloss? Ne, zum Lock. Achsooo, der Rock [=Stein]. Ist aber eigentlich ganz lustig. Japaner können nämlich sehr wohl ein 'r' aussprechen, aber immer nur dann, wenn sie eigentlich ein 'l' sagen sollten. Japanisches Englisch ist echt speziell, ich bin froh, dass ich danach (hoffentlich) in Schottland weiter studiere, sonst verkommt mein angelsächsisch hier noch ganz :)
07 Mai 2009
Mein erster Halbmarathon
Ich bin ihn gestern gelaufen. 22km in runden 2 Stunden. Damit ist es also offiziell, ich bin awesome ;) Ne, im Ernst. Ich war selbst von mir überrascht. Am Dienstag abend meinte Sugimoto-san nur beiläufig, dass wir am nächsten Tag von Mugi nach Hiwasa laufen, also 22km. Ich sagte bloß: "Okay." und beschloss nicht weiter drüber nachzudenken. Am Mittwoch vormittag eine kleine Kayaktour gemacht (nach Ewigkeiten mal wieder einen Gaijin getroffen, Ben aus England) und nach dem Mittagessen ging's dann los. Ich vorweg, weil ich ihm vorher gesagt hatte, dass ich in meinem Tempo laufen würde und nicht in seinem, was er stillschweigend akzeptiert hat. Das Wetter war relativ warm und der große Vorteil der ganzen Sache: Wir sind auf der Straße gelaufen. Das heisst: Keine Steine, keine megasteilen, kilometerlangen Treppen und überhaupt sehr entspanntes Laufen. Es ging schon ein bisschen bergauf und bergab, aber das war eigentlich kein Problem.Ich konnte das ganze sogar geniessen, die Landschaft war voll schön und wir haben eine Schlange, mehrere Affen und Eidechsen auf dem Weg gesehen. Sehr wenig Verkehr und das knarzende Geräusch der Zikaden im Hintergrund... Nice.
Von der Kondition her war es echt kein Problem, nur meine Knie und Fusssohlen haben sich dann irgendwann wegen des vielen hoch und runter Laufens beschwert. Hallo, kann mir grad jemand noch mal sagen, dass ich gestern wirklich ohne größere Schwierigkeiten 22km gelaufen bin? Irgendwie glaube ich es selbst noch nicht. Gegen die 90km Fahrradtour oder auch nur die 13km Laufstrecke über die Berge war das hier fast ein Kinderspiel. Jetzt bin ich selbst schon eine von diesen ekelhaft sportlichen Personen geworden, oder wie? Wenn ich wieder in Deutschland bin, werd ich als einzigen Sport nur noch Tischkicker betreiben, so kann es ja nicht weitergehen.
Von der Kondition her war es echt kein Problem, nur meine Knie und Fusssohlen haben sich dann irgendwann wegen des vielen hoch und runter Laufens beschwert. Hallo, kann mir grad jemand noch mal sagen, dass ich gestern wirklich ohne größere Schwierigkeiten 22km gelaufen bin? Irgendwie glaube ich es selbst noch nicht. Gegen die 90km Fahrradtour oder auch nur die 13km Laufstrecke über die Berge war das hier fast ein Kinderspiel. Jetzt bin ich selbst schon eine von diesen ekelhaft sportlichen Personen geworden, oder wie? Wenn ich wieder in Deutschland bin, werd ich als einzigen Sport nur noch Tischkicker betreiben, so kann es ja nicht weitergehen.
05 Mai 2009
10 Dinge, die man über meinen Chef wissen sollte
Wenn möglich, bevor man ein Praktikum in seiner Firma anfängt :) Falls ihr das vorhaben solltet, kommen hier die 10 Dinge, die man über meinen Chef wissen sollte. Fangen wir mal mit dem Knaller an.
1. Wir sitzen im Auto und führen ein ziemlich interessantes Gespräch.
S: Ich verrate dir jetzt mein größtes Geheimnis.
Ich: Ähm, okayyyy. [Stellte mich auf Von Aliens entführt und als Forschungsobjekt missbraucht oder Bis vor 3 Jahren war ich eine Frau ein.]
S: Ich kann nicht schwimmen.
Ich: Ne. Nicht im Ernst, oder?
S: Doch, ehrlich. In einem Pool ohne Wellen schaff ich vielleicht 10m am Stück, bevor ich absaufe.
Ich: WAS?!?! Aber... Sie sind doch Kayakguide und wie kann man denn da nicht schwimmen können???
S: Oh, viele Kayakleute können nicht schwimmen. Ich halt auch nicht.
Fakt 1 - mein Chef kann nicht schwimmen.
2. Wenn jemand fragt, woher die Schürfwunden an meinem Bein kommen, sagt er ohne mit der Wimper zu zucken: "Oh, das? Domestic Violence."
3. Er war mal Bodybuilder. Mit Arme rasieren und einölen. Ich lag bestimmt 5 Minuten am Boden, während er nur verlegen grinste. Es gibt sogar Fotos, aber selbst im Austausch gegen Fotos von mir mit lila Haaren wollte er sie nicht zeigen. Damn.
4. Er wird nicht gerne nass. Deswegen, und weil er nicht schwimmen kann, ist er Kayakguide geworden. Ich bin ja an und für mich kein sehr logischer Mensch, aber er spielt in einer ganz anderen Liga.
5. Die Schriftzeichen für seinen Vornamen (Masaaki) bedeuten Eleganz und Helligkeit. Viel weniger passend kann ein Name nicht sein, er ist einer der tolpatschigsten Menschen, die ich kenne.
6. Er hat Angst vor seiner Mutter. Das erste Wort, was ihm zu ihr einfiel war Kowai (= scary). Er würde gern mal Inlineskates fahren, aber weil die im Haus seiner Mutter sind, verzichtet er lieber darauf. Weil er sie ja treffen würde, wenn er seine Skates abholt. Die Frau würde ich gern mal kennen lernen.
7. Er hat einen grauenhaften Musikgeschmack. Wenn ihr jemals mit ihm in einem Auto sitzt, dann kommt nicht auf den Gedanken eine von seinen CDs in das Autoradio zu schieben. Es kommt schliesslich ein bisschen unhöflich rüber, wenn man nach einem halben Lied das Radio wieder anschaltet und eine ganze CD lang diese Musik zu ertragen erfordert einiges an Selbstbeherrschung. Japanischer Schlager, oder so.
8. Er hat früher relativ erfolgreich Rugby gespielt (war in dem Zusammenhang auch in Australien und China) und hat sich, während er diesen Sport ausgeübt hat, lockere 20 Mal etwas gebrochen. Das in seinem Körper noch irgendwas zusammenhält muss wohl ein medizinisches Wunder sein.
9. Kennt einer von euch noch die kleinen Roller, die eine Zeit lang mal total in Mode waren? Sugimoto-san hat auch einen, aber nicht, um damit mal schnell in den Supermarkt zu fahren. Er ist damit früher auf Reisen gegangen. An sich nicht so spektakulär, bis er dann beiläufig erwähnt, dass er pro Tag teilweise 100km mit dem Ding geschafft hat...
10. Er braucht eigentlich eine Brille. Aber weil er Brillen nicht mag, trägt er halt keine. Gut, dass ich einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Arbeitszeit neben ihm im Auto auf dem Beifahrersitz verbringe. Kann ihn aber irgendwo verstehen, beim Kayakfahren und Coasteering nervt es ganz schön, wenn das Salz einem die Gläser verkrustet.
1. Wir sitzen im Auto und führen ein ziemlich interessantes Gespräch.
S: Ich verrate dir jetzt mein größtes Geheimnis.
Ich: Ähm, okayyyy. [Stellte mich auf Von Aliens entführt und als Forschungsobjekt missbraucht oder Bis vor 3 Jahren war ich eine Frau ein.]
S: Ich kann nicht schwimmen.
Ich: Ne. Nicht im Ernst, oder?
S: Doch, ehrlich. In einem Pool ohne Wellen schaff ich vielleicht 10m am Stück, bevor ich absaufe.
Ich: WAS?!?! Aber... Sie sind doch Kayakguide und wie kann man denn da nicht schwimmen können???
S: Oh, viele Kayakleute können nicht schwimmen. Ich halt auch nicht.
Fakt 1 - mein Chef kann nicht schwimmen.
2. Wenn jemand fragt, woher die Schürfwunden an meinem Bein kommen, sagt er ohne mit der Wimper zu zucken: "Oh, das? Domestic Violence."
3. Er war mal Bodybuilder. Mit Arme rasieren und einölen. Ich lag bestimmt 5 Minuten am Boden, während er nur verlegen grinste. Es gibt sogar Fotos, aber selbst im Austausch gegen Fotos von mir mit lila Haaren wollte er sie nicht zeigen. Damn.
4. Er wird nicht gerne nass. Deswegen, und weil er nicht schwimmen kann, ist er Kayakguide geworden. Ich bin ja an und für mich kein sehr logischer Mensch, aber er spielt in einer ganz anderen Liga.
5. Die Schriftzeichen für seinen Vornamen (Masaaki) bedeuten Eleganz und Helligkeit. Viel weniger passend kann ein Name nicht sein, er ist einer der tolpatschigsten Menschen, die ich kenne.
6. Er hat Angst vor seiner Mutter. Das erste Wort, was ihm zu ihr einfiel war Kowai (= scary). Er würde gern mal Inlineskates fahren, aber weil die im Haus seiner Mutter sind, verzichtet er lieber darauf. Weil er sie ja treffen würde, wenn er seine Skates abholt. Die Frau würde ich gern mal kennen lernen.
7. Er hat einen grauenhaften Musikgeschmack. Wenn ihr jemals mit ihm in einem Auto sitzt, dann kommt nicht auf den Gedanken eine von seinen CDs in das Autoradio zu schieben. Es kommt schliesslich ein bisschen unhöflich rüber, wenn man nach einem halben Lied das Radio wieder anschaltet und eine ganze CD lang diese Musik zu ertragen erfordert einiges an Selbstbeherrschung. Japanischer Schlager, oder so.
8. Er hat früher relativ erfolgreich Rugby gespielt (war in dem Zusammenhang auch in Australien und China) und hat sich, während er diesen Sport ausgeübt hat, lockere 20 Mal etwas gebrochen. Das in seinem Körper noch irgendwas zusammenhält muss wohl ein medizinisches Wunder sein.
9. Kennt einer von euch noch die kleinen Roller, die eine Zeit lang mal total in Mode waren? Sugimoto-san hat auch einen, aber nicht, um damit mal schnell in den Supermarkt zu fahren. Er ist damit früher auf Reisen gegangen. An sich nicht so spektakulär, bis er dann beiläufig erwähnt, dass er pro Tag teilweise 100km mit dem Ding geschafft hat...
10. Er braucht eigentlich eine Brille. Aber weil er Brillen nicht mag, trägt er halt keine. Gut, dass ich einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Arbeitszeit neben ihm im Auto auf dem Beifahrersitz verbringe. Kann ihn aber irgendwo verstehen, beim Kayakfahren und Coasteering nervt es ganz schön, wenn das Salz einem die Gläser verkrustet.
04 Mai 2009
Und so.
Hab diese Tage ohne Blog merkwürdigerweise ohne Entzugserscheinungen überstanden. Es war nämlich extrem viel los und wenn ich alles erzählen würde, dann könnte ich Weihnachten mit dem Reden aufhören. Vielleicht auch erst Silvester. 2020. Egal. Hier der Schnelldurchlauf:
23. April - Mia als Teletubbie. Icke im Fernsehen und so. Erst beim Schildkrötenputzen gefilmt, wo ich 3 mal hintereinander in die Kamera sagen musste: "Yes, I love taking care of the Seaturtles!" während ich den Dingern den Panzer geschrubbt habe. Die beiden Male davor war es den Filmleuten nicht enthusiastisch genug. Ähm ja. Ich putze hier Schildkröten und keine Goldbarren, also Verzeihung, wenn ich nicht mit einem seligen Lächeln auf den Lippen den Schwamm küsse, der vorher den heiligen Körper der Wunderschildkröte berührt hat. Ich musste den ganzen Tag über relativ oft die selbe Szene noch mal sagen, was irgendwie bizarr war, denn ich hab mich ja selbst gespielt und da ist alles beim ersten Take perfekt, oder wollen die jemand anderen für die Rolle?
24. April - Mia als Tour de France Sieger. Obwohl ich auf das gelbe Shirt echt verzichten könnte, die Farbe steht mir nicht. Einige von euch wissen es schon, für die anderen sag ich es gern noch mal: Mit dem Fahrrad 90km auf einen 1500m hohen Berg innerhalb von 13 Stunden. Ich weiß nicht mehr, was mehr wehtat, mein Arsch vom langen Sitzen, meine Oberschenkel vom Treten oder meine Hände von der Abfahrt auf der Schotterpiste. Ist ja auch egal, ich hab's jedenfalls geschafft. In your face, mountain!
25. April - Mia auf dem Weg zum Ozean. Unfreiwillig. Aber von vorne. Owa-san, Sugimoto-san und ich waren dabei an der Steilküste einen Weg zu für das Adventure Race auszukundschaften. An einer Stelle war's dann irgendwie rutschig und ich hab den Halt verloren und rauschte gar nicht mal so langsam den Berg runter, in Richtung des Abgrunds, unter dem der Ozean mit großen Wellen gegen die felsige Küste schlug... Zum Glück konnte ich mich an einem Stein festklammern und so den Sturz bremsen, der mir nette Schürfwunden an Rücken, Beinen und Händen eingebracht hat. Wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Ich weiß nicht, wer mehr erschrocken war, Sugimoto-san oder ich, er meinte danach nur, dass ich doch bitte vorsichtig sein soll. Ja ne, wenn er das vorher gesagt hätte, dann hätte ich natürlich mehr aufgepasst...
27. & 28. April - Mias erste Camping Kayaktour. Nice. Am Strand angekommen, Zelte aufgeschlagen, am Lagerfeuer gesessen und in den Sternenhimmel geschaut... So wie man es sich vorstellt.
2. Mai - Mia als Tourguide. Erste selbstorganisierte Tour geführt. Mit 2 Japanern durch Hiwasa getingelt. Böschung. Und dabei auf Japanisch und Englisch ein bissl das Dorf erklärt. "If you look to the left - you see Hiwasa. If you look to the right - you see Hiwasa." Ein bisschen mehr konnte ich schon sagen, aber für Standing Ovations hat's gerade eben nicht wirklich gereicht. Dafür wieder netten Brauch entdeckt: Wenn man als müder Pilgerer aus dem Tempel kommt, dann wird man von einer Horde fürsorglicher japanischer Frauen empfangen, die einem Tee und Kuchen servieren, natürlich kostenlos. Wenn man kein Pilgerer ist, sondern nur blond und doof, wird man trotzdem bemuttert, awesome.
Was bleibt noch zu sagen? Ich hab mein erstes Sushi gerollt. Asuka-san hat mir beigebracht, wie ich "Weiche, Teufel!" auf japanisch zu Sugimoto-san (mein Boss) sagen kann. Sehr nützlich. Es gibt Leute, die Höhenangst haben und als Lieblingssportart Freeclimbing angeben. Und es gibt Leute, die Kayakguides sind und nicht schwimmen können, aber da komm ich später noch mal näher drauf zu sprechen. Lang lebe die Königin!
23. April - Mia als Teletubbie. Icke im Fernsehen und so. Erst beim Schildkrötenputzen gefilmt, wo ich 3 mal hintereinander in die Kamera sagen musste: "Yes, I love taking care of the Seaturtles!" während ich den Dingern den Panzer geschrubbt habe. Die beiden Male davor war es den Filmleuten nicht enthusiastisch genug. Ähm ja. Ich putze hier Schildkröten und keine Goldbarren, also Verzeihung, wenn ich nicht mit einem seligen Lächeln auf den Lippen den Schwamm küsse, der vorher den heiligen Körper der Wunderschildkröte berührt hat. Ich musste den ganzen Tag über relativ oft die selbe Szene noch mal sagen, was irgendwie bizarr war, denn ich hab mich ja selbst gespielt und da ist alles beim ersten Take perfekt, oder wollen die jemand anderen für die Rolle?
24. April - Mia als Tour de France Sieger. Obwohl ich auf das gelbe Shirt echt verzichten könnte, die Farbe steht mir nicht. Einige von euch wissen es schon, für die anderen sag ich es gern noch mal: Mit dem Fahrrad 90km auf einen 1500m hohen Berg innerhalb von 13 Stunden. Ich weiß nicht mehr, was mehr wehtat, mein Arsch vom langen Sitzen, meine Oberschenkel vom Treten oder meine Hände von der Abfahrt auf der Schotterpiste. Ist ja auch egal, ich hab's jedenfalls geschafft. In your face, mountain!
25. April - Mia auf dem Weg zum Ozean. Unfreiwillig. Aber von vorne. Owa-san, Sugimoto-san und ich waren dabei an der Steilküste einen Weg zu für das Adventure Race auszukundschaften. An einer Stelle war's dann irgendwie rutschig und ich hab den Halt verloren und rauschte gar nicht mal so langsam den Berg runter, in Richtung des Abgrunds, unter dem der Ozean mit großen Wellen gegen die felsige Küste schlug... Zum Glück konnte ich mich an einem Stein festklammern und so den Sturz bremsen, der mir nette Schürfwunden an Rücken, Beinen und Händen eingebracht hat. Wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Ich weiß nicht, wer mehr erschrocken war, Sugimoto-san oder ich, er meinte danach nur, dass ich doch bitte vorsichtig sein soll. Ja ne, wenn er das vorher gesagt hätte, dann hätte ich natürlich mehr aufgepasst...
27. & 28. April - Mias erste Camping Kayaktour. Nice. Am Strand angekommen, Zelte aufgeschlagen, am Lagerfeuer gesessen und in den Sternenhimmel geschaut... So wie man es sich vorstellt.
2. Mai - Mia als Tourguide. Erste selbstorganisierte Tour geführt. Mit 2 Japanern durch Hiwasa getingelt. Böschung. Und dabei auf Japanisch und Englisch ein bissl das Dorf erklärt. "If you look to the left - you see Hiwasa. If you look to the right - you see Hiwasa." Ein bisschen mehr konnte ich schon sagen, aber für Standing Ovations hat's gerade eben nicht wirklich gereicht. Dafür wieder netten Brauch entdeckt: Wenn man als müder Pilgerer aus dem Tempel kommt, dann wird man von einer Horde fürsorglicher japanischer Frauen empfangen, die einem Tee und Kuchen servieren, natürlich kostenlos. Wenn man kein Pilgerer ist, sondern nur blond und doof, wird man trotzdem bemuttert, awesome.
Was bleibt noch zu sagen? Ich hab mein erstes Sushi gerollt. Asuka-san hat mir beigebracht, wie ich "Weiche, Teufel!" auf japanisch zu Sugimoto-san (mein Boss) sagen kann. Sehr nützlich. Es gibt Leute, die Höhenangst haben und als Lieblingssportart Freeclimbing angeben. Und es gibt Leute, die Kayakguides sind und nicht schwimmen können, aber da komm ich später noch mal näher drauf zu sprechen. Lang lebe die Königin!
21 April 2009
Schnelldurchlauf
Am Samstag
mitteleuropäischer Zeit pflanzte ich Reis. Na gut, vielleicht eher mitteljapanischer Zeit. Morgens Strohhut aufgesetzt, die Gummistiefel bis über die Knie hochgezogen (ehrlich, waren Fischerstiefel) und ab ging's zu Masuda-san. Um es mal zusammenzufassen:
Verhutzelte Oma, die auf einem Traktor das Reisfeld pflügte.
Verhutzelte Oma 2, die mir 1000 und eine Sache auf japanisch erklärt hat. Lächeln und winken. Wahlweise nicken.
Reisjünglinge auf den Laster geladen und an den Feldböschungen verteilt (Böschung ist übrigens ein gutes Wort, werde es in Zukunft öfter verwenden).
Auf der Ladefläche des Minilasters zurückgefahren, der Wind will deinen Hut mitnehmen, aber er hat nicht mit der Schnur unterm Kinn gerechnet. Ha!
Im Matsch gespielt (respektive: grüne Halme in den Schlamm gepropft), sich wie 5 gefühlt und gelernt, dass japanische Kinder keine Matschkuchen backen, sondern Matschokonomiyaki... Oh man, die sind schon in jungem Alter so viel professioneller.
Am Sonntag
früh aufgestanden, um mit den Fischen zu frühstücken. Das futuristischste (what a word) Kayak diesseits des Äquators gesehen, das trotz eines Sonarsystems (oder so was in der Art, hat jedenfalls gepiepst, wenn Fische in der Nähe waren) und 4 verschiedenen Angeln nicht dazu in der Lage war, mehr als einen winzigen Fisch zu fangen. Nachmittags festgestellt, dass ich doch keine Eskimo Rolle kann. Größeres Kayak = keine Chance. Mit meinen zarten Hüften und dünnen Ärmchen hing ich leider hilflos kopfunter Wasser und bekam die verdammte Schwimmingdevice nicht annähernd wieder in eine manövrierbare Lage. Aber die Wasserqualität war gut und ich frag mich immer noch, warum ich mit einer Taucherbrille unter Wasser so gut sehen kann.
Am Montag
Wochenbesprechung. Donnerstagsdialog:
S: "Okay, am Donnerstag bist du also morgens im Schildkrötenmuseum, mittags fahren wir dann mit Emi-san zu den Wasserfällen und danach kannst du Oya-san beim Kochen helfen, bevor du zum Awa Odori tanzen gehst."
Ich: "Oh cool, kochen mit Oya-san! Aber sollte am Donnerstag nicht das Fernsehinterview [oh ja, mein bleiches Gesicht wird die Fernsehbildschirme dieses Landes schmücken] sein? Findet das jetzt doch nicht statt?" Hoffnungsvoller Schimmer in meinen Augen.
S: "Hatte ich das nicht erwähnt? Die sind den ganzen Tag dabei."
Ich: "Whhuuut? Waaaas? Wiiiee bitte???"
S: "Jepp."
Na toll, ich hatte mich mit Zähneknirschen auf ein 20 Minuten Interview eingestellt und jetzt hängt mir den ganzen Tag eine Kamera am Arsch. Kommen die dann auch mit, wenn ich auf Toilette gehe? Ich will nicht. Will. Nicht.
Heute
hab ich surfen gelernt. Jawoll, mit einem Kayak. Auf der Hinfahrt meinte Sugimoto-san nur: "Also, falls du kenterst - obwohl... Nachdem du dann gekentert bist, achte darauf dein Kayak und das Paddel festzuhalten." Es stand also schon fest. Heute würde ich Salzwasser schlucken, hooray. Zum ersten Mal unfreiwillig. Ein Handbuch für Surfer:
1. Paddle möglichst gerade durch die brechenden Wellen und freu dich über die gratis Dusche.
2. Versuch dein Kayak umzudrehen, damit du auf den Wellen in Richtung Strand reiten kannst. Kentere bei dem Versuch.
3. Achte beim Zurückklettern ins Kayak darauf, dass es schon in die richtige Richtung zeigt und warte die nächste große Welle ab, auf der du dann tatsächlich surfst.
4. Fühle für ein paar Sekunden das Hochgefühl, auf der Welle dahinzuschiessen.
5. Verliere die Kontrolle über dein Kayak und werde von der Welle überrollt. Kentere.
6. Gewinne nach und nach ein Gefühl für die Wellen und erwische ein paar echt gute. Ruf laut Yiieehaaaa! während du auf dem Wellenkamm reitest.
7. Paddele erschöpft aber glücklich zum Strand zurück. Fühle dich gut - du hast es geschafft. Lass das Paddel locker in den Händen liegen. Werde von einer kleinen Welle von hintern überrascht und kentere.
8. Zieh dein Kayak an Land und gehe direkt in die warme Dusche. Gehe nicht über Los und ziehe keine erneute Ladung Salzwasser ein.
Ne, im Ernst. Surfen macht voll Spass, wenn man es denn kann. Ich muss halt nur noch ein bisschen üben.
mitteleuropäischer Zeit pflanzte ich Reis. Na gut, vielleicht eher mitteljapanischer Zeit. Morgens Strohhut aufgesetzt, die Gummistiefel bis über die Knie hochgezogen (ehrlich, waren Fischerstiefel) und ab ging's zu Masuda-san. Um es mal zusammenzufassen:
Verhutzelte Oma, die auf einem Traktor das Reisfeld pflügte.
Verhutzelte Oma 2, die mir 1000 und eine Sache auf japanisch erklärt hat. Lächeln und winken. Wahlweise nicken.
Reisjünglinge auf den Laster geladen und an den Feldböschungen verteilt (Böschung ist übrigens ein gutes Wort, werde es in Zukunft öfter verwenden).
Auf der Ladefläche des Minilasters zurückgefahren, der Wind will deinen Hut mitnehmen, aber er hat nicht mit der Schnur unterm Kinn gerechnet. Ha!
Im Matsch gespielt (respektive: grüne Halme in den Schlamm gepropft), sich wie 5 gefühlt und gelernt, dass japanische Kinder keine Matschkuchen backen, sondern Matschokonomiyaki... Oh man, die sind schon in jungem Alter so viel professioneller.
Am Sonntag
früh aufgestanden, um mit den Fischen zu frühstücken. Das futuristischste (what a word) Kayak diesseits des Äquators gesehen, das trotz eines Sonarsystems (oder so was in der Art, hat jedenfalls gepiepst, wenn Fische in der Nähe waren) und 4 verschiedenen Angeln nicht dazu in der Lage war, mehr als einen winzigen Fisch zu fangen. Nachmittags festgestellt, dass ich doch keine Eskimo Rolle kann. Größeres Kayak = keine Chance. Mit meinen zarten Hüften und dünnen Ärmchen hing ich leider hilflos kopfunter Wasser und bekam die verdammte Schwimmingdevice nicht annähernd wieder in eine manövrierbare Lage. Aber die Wasserqualität war gut und ich frag mich immer noch, warum ich mit einer Taucherbrille unter Wasser so gut sehen kann.
Am Montag
Wochenbesprechung. Donnerstagsdialog:
S: "Okay, am Donnerstag bist du also morgens im Schildkrötenmuseum, mittags fahren wir dann mit Emi-san zu den Wasserfällen und danach kannst du Oya-san beim Kochen helfen, bevor du zum Awa Odori tanzen gehst."
Ich: "Oh cool, kochen mit Oya-san! Aber sollte am Donnerstag nicht das Fernsehinterview [oh ja, mein bleiches Gesicht wird die Fernsehbildschirme dieses Landes schmücken] sein? Findet das jetzt doch nicht statt?" Hoffnungsvoller Schimmer in meinen Augen.
S: "Hatte ich das nicht erwähnt? Die sind den ganzen Tag dabei."
Ich: "Whhuuut? Waaaas? Wiiiee bitte???"
S: "Jepp."
Na toll, ich hatte mich mit Zähneknirschen auf ein 20 Minuten Interview eingestellt und jetzt hängt mir den ganzen Tag eine Kamera am Arsch. Kommen die dann auch mit, wenn ich auf Toilette gehe? Ich will nicht. Will. Nicht.
Heute
hab ich surfen gelernt. Jawoll, mit einem Kayak. Auf der Hinfahrt meinte Sugimoto-san nur: "Also, falls du kenterst - obwohl... Nachdem du dann gekentert bist, achte darauf dein Kayak und das Paddel festzuhalten." Es stand also schon fest. Heute würde ich Salzwasser schlucken, hooray. Zum ersten Mal unfreiwillig. Ein Handbuch für Surfer:
1. Paddle möglichst gerade durch die brechenden Wellen und freu dich über die gratis Dusche.
2. Versuch dein Kayak umzudrehen, damit du auf den Wellen in Richtung Strand reiten kannst. Kentere bei dem Versuch.
3. Achte beim Zurückklettern ins Kayak darauf, dass es schon in die richtige Richtung zeigt und warte die nächste große Welle ab, auf der du dann tatsächlich surfst.
4. Fühle für ein paar Sekunden das Hochgefühl, auf der Welle dahinzuschiessen.
5. Verliere die Kontrolle über dein Kayak und werde von der Welle überrollt. Kentere.
6. Gewinne nach und nach ein Gefühl für die Wellen und erwische ein paar echt gute. Ruf laut Yiieehaaaa! während du auf dem Wellenkamm reitest.
7. Paddele erschöpft aber glücklich zum Strand zurück. Fühle dich gut - du hast es geschafft. Lass das Paddel locker in den Händen liegen. Werde von einer kleinen Welle von hintern überrascht und kentere.
8. Zieh dein Kayak an Land und gehe direkt in die warme Dusche. Gehe nicht über Los und ziehe keine erneute Ladung Salzwasser ein.
Ne, im Ernst. Surfen macht voll Spass, wenn man es denn kann. Ich muss halt nur noch ein bisschen üben.
17 April 2009
Me vs The Mountain
Ich bin mir immer noch nicht sicher, wer gewonnen hat. 13km hören sich jetzt nicht sooo viel an, aber ich wäre lieber 30km auf gerader Strecke gelaufen, als diese 13km den Berg rauf und runter. Hatte dann komischerweise keinen Blick für die schöne Steilküste übrig, an der wir entlang gelaufen sind, weil ich zu beschäftigt war am Leben zu bleiben. Und wie ihr seht, waren meine Bemühungen erfolgreich, immer noch alive!
Gestern hatte ich dann gleich die 2te Begegnung mit einer Schlange, dieses Mal nicht ganz so friedlich. Sugimoto-san, eine Kundin und ich waren mit dem Auto unterwegs zu einem Fluss, der eine Reihe von Wasserfällen im Angebot hatte und haben zwischendurch kurz angehalten, um auf einer Hängebrücke den Ausblick über den Fluss zu geniessen. Ich hab's mir dann nicht nehmen lassen, von der Mitte bis zum anderen Ende zu rennen und lauf so fröhlich und hoppelig vor mich hin (die Brücke hüpfte unter mir wie ein Känguru auf Ecstasy), bis ich zum Ende komme und gerade noch rechtzeitig stoppe, um nicht in eine kleine Schlange reinzulaufen, die auf dem Stein direkt hinter der Brücke liegt... Sie hat sich auch ziemlich erschrocken und ist nach einem schnellen Schlenker in meine Richtung in den Büschen verschwunden. Sugimoto-san kam gerade noch rechtzeitig, um die Schlange zu sehen und mir mitzuteilen, dass die sehr giftig sei. Gerade noch mal Glück gehabt.
Ansonsten war der Ausflug sehr schön, musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich nicht der Tourist war :) Hier ein paar Bülders, selber Schuld, dass ihr nicht mitgekommen seid.


Gestern hatte ich dann gleich die 2te Begegnung mit einer Schlange, dieses Mal nicht ganz so friedlich. Sugimoto-san, eine Kundin und ich waren mit dem Auto unterwegs zu einem Fluss, der eine Reihe von Wasserfällen im Angebot hatte und haben zwischendurch kurz angehalten, um auf einer Hängebrücke den Ausblick über den Fluss zu geniessen. Ich hab's mir dann nicht nehmen lassen, von der Mitte bis zum anderen Ende zu rennen und lauf so fröhlich und hoppelig vor mich hin (die Brücke hüpfte unter mir wie ein Känguru auf Ecstasy), bis ich zum Ende komme und gerade noch rechtzeitig stoppe, um nicht in eine kleine Schlange reinzulaufen, die auf dem Stein direkt hinter der Brücke liegt... Sie hat sich auch ziemlich erschrocken und ist nach einem schnellen Schlenker in meine Richtung in den Büschen verschwunden. Sugimoto-san kam gerade noch rechtzeitig, um die Schlange zu sehen und mir mitzuteilen, dass die sehr giftig sei. Gerade noch mal Glück gehabt.
Ansonsten war der Ausflug sehr schön, musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich nicht der Tourist war :) Hier ein paar Bülders, selber Schuld, dass ihr nicht mitgekommen seid.
15 April 2009
Ein-Monatiges
ist schon einen Tag her, waah! Also ein Monat Praktikum, den ersten Monat Japan hab ich schon vor Ewigkeiten hinter mich gebracht, pfa. Der Wahnsinn, nicht mal mehr 4 Monate und ich bin wieder dahoim. Vermisse Japan schon jetzt ;)
Okay, was kann man also fazitizieren, was hat der frühe Vogel davon, wenn er seine Würmer in Japan zu sich nimmt? Wo wir bei Würmern sind, ich hab letztens ein riesiges Ding auf dem Parkplatz entdeckt (besser gesagt, Sugimoto-san). Folgender Dialog:
S: Achtung, hinter dir!
Ich: Ah, danke. Uääähhh!
S: Wie heisst das noch mal auf Englisch?
Ich: Disgusting!
S: Ach ja, wirklich?
Ich: Na ja, eher nicht. Disgusting ist mehr Uäähhharg.
S: Auf Japanisch heisst der Gentaro-san.
Ich: Der hat einen Namen? ["-san" heisst so viel wie "Herr", also Herr Kentaku] Die spinnen, die Japaner... [Frei übersetzt]
Aber eigentlich wollte ich von Dingen erzählen, die ich gelernt habe. Los geht's.
1. Warum hat mir niemand vorher gesagt, dass Japanisch so schwierig ist?
2. Fahrradreifen flicken
3. Kayakfahren inklusive Eskimo Rolle, siehe hier:
4. Den Fußraum eines Kayaks neu auskleiden, nämlich gar nicht. Versuch mal in einem weder wirklich runden noch eckigen und ziemlich dunklen Kayakbug ein Stück Styropor einzupassen. Mit den Füßen, da die Arme zu kurz sind. Genau.
5. Improvisieren. Muffins backen ohne Mixer, Förmchen und Ofen. I do it.
6. Mich entschuldigen und bedanken. Immerrrrr. Ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen. Sumimaseeeen. Arigato gozaimassssuu.
7. Mit Stäbchen essen. Reiskörner sind echt noch die leichteste Übung, schwieriger wird's bei sehr großen Gegenständen oder runden Sachen (Cherrytomaten).
8. Mia-talk. Eine neue Sprache hat den Weg auf diesen Planeten gefunden. Sugimoto-san und ich beherrschen sie annähernd perfekt. Eine Mischung aus sehr einfachem Japanisch, vielen Gesten, ein wenig Englisch und allgemeingültigen Geräuschen (ringring shimashita = geklingelt, blublub shimasu = kochen [Wasser]).
9. Awa Odori tanzen. Japanische Rhythmen, yeah. Hab ich schon erwähnt, dass alle Japanerinnen Elfen sind? Und jetzt versucht den Bergtroll in dem Suchbild zu finden, na?
10. Die Bedeutung von Schokoriegeln wird voll und ganz unterschätzt. Es gibt in 90% der Fälle nur Kitkat und irgendwas japanisches, was ich kategorisch vom Süßigkeitenplan ausschließe. Wenn man Glück hat erwischt man mal Snickers, dann fang ich immer vor Glück an zu weinen. Wo sind Twix, Kinder Bueno und Mars Delight? Ein ernsthaftes Problem, das vermutlich Hauptthema der nächsten Wahlen wird.
11. Meine Ekelhemmschwelle ist geringer als ich dachte. Siehe Karriere als Schildkrötenverköstigerin. In dem Zusammenhang hab ich auch gelernt, dass Schildkrötenputzen eine zeitraubende Arbeit sein kann. Morgen geht's in die nächste Runde, yiiihaa!
12. Reis pflanzen, guckst du:

Zum Schluss bleibt mir vielleicht noch zu sagen, dass ich diesen Preis auch und vor allen Dingen stellvertretend für meine Familie und Freunde entgegennehme, die einen großen Teil zu meinem Erfolg beigetragen haben... Moment, falsche Veranstaltung, die Oscarverleihung war ja schon.
Was ich eigentlich sagen wollte: Japan ist awesome. Alleine heute war wieder wunderbar, wir sind durch Bambuswälder an einem Bach entlang gegangen, der ruhig über bemooste Steine plätscherte, das Licht fiel durch die dichten Blätter über uns und hellgrüne Farne bedeckten den Boden. Ich habe einen kleinen Frosch gefangen, meine erste (leicht giftige) Schlange gesehen, einen verwunschenen Schrein mitten im Urwald gefunden und am Ende ist ein großer Fischreiher direkt vor uns aus einem Reisfeld empor geflogen. Schön.
Okay, was kann man also fazitizieren, was hat der frühe Vogel davon, wenn er seine Würmer in Japan zu sich nimmt? Wo wir bei Würmern sind, ich hab letztens ein riesiges Ding auf dem Parkplatz entdeckt (besser gesagt, Sugimoto-san). Folgender Dialog:
S: Achtung, hinter dir!
Ich: Ah, danke. Uääähhh!
S: Wie heisst das noch mal auf Englisch?
Ich: Disgusting!
S: Ach ja, wirklich?
Ich: Na ja, eher nicht. Disgusting ist mehr Uäähhharg.
S: Auf Japanisch heisst der Gentaro-san.
Ich: Der hat einen Namen? ["-san" heisst so viel wie "Herr", also Herr Kentaku] Die spinnen, die Japaner... [Frei übersetzt]
Aber eigentlich wollte ich von Dingen erzählen, die ich gelernt habe. Los geht's.
1. Warum hat mir niemand vorher gesagt, dass Japanisch so schwierig ist?
2. Fahrradreifen flicken
3. Kayakfahren inklusive Eskimo Rolle, siehe hier:
4. Den Fußraum eines Kayaks neu auskleiden, nämlich gar nicht. Versuch mal in einem weder wirklich runden noch eckigen und ziemlich dunklen Kayakbug ein Stück Styropor einzupassen. Mit den Füßen, da die Arme zu kurz sind. Genau.
5. Improvisieren. Muffins backen ohne Mixer, Förmchen und Ofen. I do it.
6. Mich entschuldigen und bedanken. Immerrrrr. Ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen. Sumimaseeeen. Arigato gozaimassssuu.
7. Mit Stäbchen essen. Reiskörner sind echt noch die leichteste Übung, schwieriger wird's bei sehr großen Gegenständen oder runden Sachen (Cherrytomaten).
8. Mia-talk. Eine neue Sprache hat den Weg auf diesen Planeten gefunden. Sugimoto-san und ich beherrschen sie annähernd perfekt. Eine Mischung aus sehr einfachem Japanisch, vielen Gesten, ein wenig Englisch und allgemeingültigen Geräuschen (ringring shimashita = geklingelt, blublub shimasu = kochen [Wasser]).
9. Awa Odori tanzen. Japanische Rhythmen, yeah. Hab ich schon erwähnt, dass alle Japanerinnen Elfen sind? Und jetzt versucht den Bergtroll in dem Suchbild zu finden, na?
10. Die Bedeutung von Schokoriegeln wird voll und ganz unterschätzt. Es gibt in 90% der Fälle nur Kitkat und irgendwas japanisches, was ich kategorisch vom Süßigkeitenplan ausschließe. Wenn man Glück hat erwischt man mal Snickers, dann fang ich immer vor Glück an zu weinen. Wo sind Twix, Kinder Bueno und Mars Delight? Ein ernsthaftes Problem, das vermutlich Hauptthema der nächsten Wahlen wird.
11. Meine Ekelhemmschwelle ist geringer als ich dachte. Siehe Karriere als Schildkrötenverköstigerin. In dem Zusammenhang hab ich auch gelernt, dass Schildkrötenputzen eine zeitraubende Arbeit sein kann. Morgen geht's in die nächste Runde, yiiihaa!
12. Reis pflanzen, guckst du:
Zum Schluss bleibt mir vielleicht noch zu sagen, dass ich diesen Preis auch und vor allen Dingen stellvertretend für meine Familie und Freunde entgegennehme, die einen großen Teil zu meinem Erfolg beigetragen haben... Moment, falsche Veranstaltung, die Oscarverleihung war ja schon.
Was ich eigentlich sagen wollte: Japan ist awesome. Alleine heute war wieder wunderbar, wir sind durch Bambuswälder an einem Bach entlang gegangen, der ruhig über bemooste Steine plätscherte, das Licht fiel durch die dichten Blätter über uns und hellgrüne Farne bedeckten den Boden. Ich habe einen kleinen Frosch gefangen, meine erste (leicht giftige) Schlange gesehen, einen verwunschenen Schrein mitten im Urwald gefunden und am Ende ist ein großer Fischreiher direkt vor uns aus einem Reisfeld empor geflogen. Schön.
12 April 2009
In your face, Qualle!
Heute wieder paddeln gewesen, dies Mal aber erst um 7 Uhr losgefahren und nicht um 5.20, wie gestern... Man freut sich auch über Kleinigkeiten. Und dabei war gestern echt hart, 22km. Ich schreib's noch mal aus: Zweiundzwanzig Kilometer. Sieben Stunden Kayak. Ohne Pause. Okay, das war gelogen, wir haben schon Pause gemacht (4 Mal) und das Tempo war auch erträglich, aber trotz allem sehr anstrengend. Und heute dann gleich wieder, zum Glück nur 16km.
Von Mugi nach Hiwasa (jetzt wisst ihr Bescheid) mit 2 Kunden und Sugimoto-san. Das Wetter war gut, aber der Ozean hatte es sich anders überlegt. Meterhohe Wellen (1,5m sind auch meterhoch) und generell eher schwierig zu paddeln. Der Ozean und ich, das ist sowieso eine merkwürdige Beziehung. Heute hat er sich mal wieder geheimnisvoll gegeben, oder ich hab mich dämlich angestellt, je nach dem, wie man es sehen will. Während wir also paddeln, schwimmt auf ein Mal so ein rotes Zeugs durchs Wasser, wie eingefärbt. Ich denk nur: Uähh, wer hat denn hier seinen Müll ausgekippt? Bei der nächsten Pause erzählt mir Sugimoto-san dann, dass es rotes Plankton ist... Na klar, wusste ich auch. Aber es ist nicht nur meine eigene Schuld, immerhin hat Spongebob einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich der festen Überzeugung war, Plankton sei immer grün. Egal. Wir paddeln weiter, relativ dicht an der Küste, so dass ich den Meeresboden sehen kann. Schräg vor mir ein heller Schatten im Wasser, ziemlich groß. Ich schau nach rechts und seh in der Ferne die Insel, zu der ich ganz am Anfang gepaddelt war und wo mir Sugimoto-san auf dem Weg dorthin erzählt hat, dass es hier Hammerhaie gibt. Ich schaue nach rechts und sehe den Schatten. Ich schaue geradeaus und paddle ein bisschen schneller. Kurzer Blick, der Schatten ist immer noch da. Es hat schon eine kleine Weile gedauert, bis ich gemerkt hab, dass es das Licht war, dass sich auf dem Wasser spiegelte... Oh man, ich hab mich echt bescheuert gefühlt, als mir aufging, dass ich vor einer Wasserspiegelung Angst hatte. Aber besser, als wenn es wirklich ein Hai gewesen wäre.
Und um endlich zum Titel zu kommen, ich habe heute ein neues Spiel erfunden, Quallenklatschen. Und es geht nicht darum, dass Quallen in die Hände klatschen. Heute war nämlich eine Qualleninvasion in Gang, was daran lag, dass der Wind von Süden her kam und die Viecher vor die Küste getrieben hat. Also schwamm alle 2m eine von diesen Dingern im Wasser, mal kleiner und teilweise echt groß, mit meterlangen Tentakeln. Weil ich aufgrund der hohen Wellen noch nicht genug zu tun hatte, hab ich also beschlossen jeder Qualle, die in Reichweite war, kurz mit dem Paddel eins auf die Mütze zu geben, pro Qualle gab es einen Punkt und das Ziel waren 20 Punkte. Wenn ich die erreichen würde, dann... dann hatte ich 20 Quallen gehauen. Also hab ich die ganze Zeit nach den Dingern Ausschau gehalten und dann Pamm! mit dem Paddel drauf, natürlich nicht zu doll. Und Tatsache, ich hab genau 20 Quallen erwischt, zum Ende hin gab es nämlich nur noch ab und zu eine, die dann meist zu weit unten schwamm, um sie zu erwischen.
Fische zerhacken, Schildkröten in einer Ecke festhalten, Quallen schlagen... Was kommt als nächstes? Stofftiere auswaiden? Ich weiß es nicht, werde euch aber auf dem laufenden halten ;)
09 April 2009
Die gute Nachricht
Ich kann ein einzelnes Haar mit Essstäbchen aufnehmen. Die schlechte: Ich hatte ein Haar in meinem Essen. Passiert.
Heute morgen wieder Schildkröten geschrubbt, ich hab da inzwischen eine Technik entwickelt. Man muss die S-Kröte an einer der vorderen Flossen festhalten, dann krabbelt sie um einen herum, während man sie putzt. Ist aber relativ anstrengend. Am besten ist, man platziert die Dinger in irgendeiner Ecke, wo sie nicht mehr wegkönnen. (Das hört sich irgendwie gemein an, aber ich putz sie ja nur und will ihnen nicht den Panzer über die Ohren ziehen.) Ausserdem war heute ein großer Tag für das Museum, eine mehr oder weniger bekannte Schauspielerin hat einen Blick auf die Schildkröten geworfen und 50 Presseleute und Bodyguards waren mit von der Partie. Wir haben es uns dann im Büro bequem gemacht und das ganze über die Kameras verfolgt, während der arme Tanaka-san die Aufgabe hatte das Mädel durchs Museum zu führen und alles zu erklären. Mieko-san (?) und ich haben dann noch die kleinste und süsseste Schildkröte durch die Pressehorden manövriert, damit ihre VIPigkeit das Ding kurz in den Händen halten konnte, um: "Süüüüüß!" zu rufen.
Also relativ entspannt. Und jetzt gleich werd ich meine eigenen Visitenkarten bekommen, japanischer geht's nimmer.
Heute morgen wieder Schildkröten geschrubbt, ich hab da inzwischen eine Technik entwickelt. Man muss die S-Kröte an einer der vorderen Flossen festhalten, dann krabbelt sie um einen herum, während man sie putzt. Ist aber relativ anstrengend. Am besten ist, man platziert die Dinger in irgendeiner Ecke, wo sie nicht mehr wegkönnen. (Das hört sich irgendwie gemein an, aber ich putz sie ja nur und will ihnen nicht den Panzer über die Ohren ziehen.) Ausserdem war heute ein großer Tag für das Museum, eine mehr oder weniger bekannte Schauspielerin hat einen Blick auf die Schildkröten geworfen und 50 Presseleute und Bodyguards waren mit von der Partie. Wir haben es uns dann im Büro bequem gemacht und das ganze über die Kameras verfolgt, während der arme Tanaka-san die Aufgabe hatte das Mädel durchs Museum zu führen und alles zu erklären. Mieko-san (?) und ich haben dann noch die kleinste und süsseste Schildkröte durch die Pressehorden manövriert, damit ihre VIPigkeit das Ding kurz in den Händen halten konnte, um: "Süüüüüß!" zu rufen.
Also relativ entspannt. Und jetzt gleich werd ich meine eigenen Visitenkarten bekommen, japanischer geht's nimmer.
04 April 2009
Im Pazifischen Ozean schwimmen, Teil 2
Schon wieder. Mach ich hier eigentlich jeden Tag dasselbe? Noin, dieses Mal war keine Küste im Spiel, sondern ein sogenannter Wet Exit. Hört sich gut an, oder? Bedeutet im Klartext, dass ich heute Kentern geübt habe. Oder besser gesagt, ich habe geübt, wie ich nach einem freiwilligen oder unfreiwilligen direkten Kontakt mit dem Ozean wieder ins Kayak komme. Dankenswerterweise (was ein Wort) wieder mit Neoprenanzug, weswegen es von den Temperaturen her kein Problem war.
Also raus auf den Ozean, Sugimoto-san hat es ein Mal vorgemacht (theoretisch wusste ich auch wie es geht, hab ja nicht umsonst 7 Kayakbücher auf dem Boden neben meinem Futon liegen) und dann war ich dran. Erstaunlich, wie einfach es ist mit einem Kayak zu kentern, dass mir das vorher noch nicht aufgefallen ist. Boot umgedreht, meinem Paddel einen Schwimmflügel verpasst (zur Stabilisierung) und gleich beim ersten Versuch erfolgreich ins Kayak zurückgeklettert. Wenigstens ich war stolz auf mich. Sugimoto-san nickte nur und sagte: "Okay, das gleiche noch mal, aber jetzt innerhalb von 5 Minuten."
Na gut. Weil's so schön war, noch ein Mal. Und dann noch ein drittes Mal. Und ein viertes. Aber das letzte Mal ohne Hilfsmittel. Wargh! Da bin ich dann mehrere Male wieder zurück ins Wasser gerutscht, aber irgendwie hab ich auch das geschafft.
Morgen erreiche ich dann das nächste Level: Andere Leute retten.
Also raus auf den Ozean, Sugimoto-san hat es ein Mal vorgemacht (theoretisch wusste ich auch wie es geht, hab ja nicht umsonst 7 Kayakbücher auf dem Boden neben meinem Futon liegen) und dann war ich dran. Erstaunlich, wie einfach es ist mit einem Kayak zu kentern, dass mir das vorher noch nicht aufgefallen ist. Boot umgedreht, meinem Paddel einen Schwimmflügel verpasst (zur Stabilisierung) und gleich beim ersten Versuch erfolgreich ins Kayak zurückgeklettert. Wenigstens ich war stolz auf mich. Sugimoto-san nickte nur und sagte: "Okay, das gleiche noch mal, aber jetzt innerhalb von 5 Minuten."
Na gut. Weil's so schön war, noch ein Mal. Und dann noch ein drittes Mal. Und ein viertes. Aber das letzte Mal ohne Hilfsmittel. Wargh! Da bin ich dann mehrere Male wieder zurück ins Wasser gerutscht, aber irgendwie hab ich auch das geschafft.
Morgen erreiche ich dann das nächste Level: Andere Leute retten.
03 April 2009
Im Pazifischen Ozean schwimmen
Ich hab es getan. Ja, genau, weiße Sandstrände, türkises Wasser, Palmen... Ach ne, das war ja in einem anderen Leben. Ich habe heute zum ersten mal Coasteering gemacht und für alle, die sich nichts darunter vorstellen können, hier eine kleine Beschreibung: Anstrengend und gar nicht mal ungefährlich.
Beim Coasteering geht es darum, die Küste entlangzulaufen. Hört sich erst mal einfach an, der Haken liegt aber in dem Wort Küste. Das waren in diesem Fall 7km felsige Steilküste mit ab und zu einem Kieselstrand. Und wo man nicht über die Felsen klettern konnte, da ist man halt geschwommen. By the way: Neoprenanzüge funktionieren wirklich. Das war dann also mein Badeerlebnis im Pazifischen Ozean. Mit Schuhen, Lifejacket, Helm und Neoprenanzug bin ich durch die Fluten geschnellt, als wäre ich Flipper. Okay, um ehrlich zu sein, bin ich relativ unbeholfen von den Felsen ins Wasser gerutscht und hab eine Mischung aus Kraulen und Brustschwimmen praktiziert, während der zu große Helm mir die Sicht versperrte, das Salzwasser mir ins Gesicht spritzte und die verdammte Schwimmweste dafür gesorgt hat, dass ich wie ein nasser Sack oben auf den Wellen trieb... Schön, um es mit einem Wort zu beschreiben. Vor allen Dingen, wenn man dann den Felsen vor einem im Wasser übersieht und erst mal voll dagegen schwimmt. Danke.
Auch die Kieselstrände zeigten sich von ihrer schönsten Seite. Ich bin mir immer noch nicht sicher, welcher Typ Kieselstrand der unangenehmste ist: Typ 1 mit ganz kleinen Kieseln, die einem in die Schuhe reinfallen und das Laufen zu einem Hochgenuss werden lassen, Typ 2 mit mittelgroßen Kieseln, die einem andauernd unter den Füssen wegrutschen, so dass man Gefahr läuft sich elegant auf die Fresse zu packen, oder Typ 3 mit relativ großen Kieseln, wo man sehr genau aufpassen muss, wo man seine Füße hinsetzt, wenn man sie sich nicht brechen will.
Dazu noch scharfkantige Muscheln auf den Felsen, über die man rüberstolpert, giftige Quallen und glitschige Steine im halbhohen Wasser - fertig ist der erste Teil der Adventure Tour, den wir heute Probe gelaufen sind. Zum Glück findet dieses Mördervent statt, wenn ich nicht mehr in Japan bin.
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