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26 November 2009

How to survive a rainy day in Edinburgh

Regnerischer Tag blablabla Edinburgh blablabla How to blablabla. Ihr kennt das Schema.

1. Eine alte Frau in grünem Mantel mit einem grünen Froschregenschirm (inklusive hervorstehender Augen!) auf der anderen Straßenseite vorbeigehen sehen. Zu viel Awesomeness um sie in Worte zu fassen. Vor allen Dingen, weil sie den Schirm genau so hielt, dass der hintere Teil genau eine Linie mit ihrem Rücken bildete. Hach.

2. Mit den lovely flatmates eine Runde Scrabble und Trink-den-Latte beim Starbucks spielen.

3. Leute mit Schirm auslachen (außer die Leute mit Froschregenschirm, weil die rocken), weil es aussichtslos ist bei Windstärke 10 mit einem Schirm nicht wie ein kompletter Idiot auszusehen.

4. Eine halbe Stunde lang mit Mitbewohnerinnen in der Videothek darüber streiten, welchen Film man abends schaut und letztendlich mehrere ausleihen. ("Ich hasse Fantasy!" - "Boah, wenn ich das Cover schon sehe!" - "Nichts mit Horror!"...)

5. In der National Gallery dem Reverend beim Schlittschuhlaufen zuschauen.


Ich bin immer noch amazed von dem Stil und der Klasse, die dieser Kerl an den Tag legt. Awesome.

6. In die National Library gehen, dem Geräusch von umgeblätterten Büchern zuhören, ein Grinsen unterdrücken, wenn man an den Nerds in der Fantasyabteilung vorbeigeht, sich an der alten Frau vorbei in die nächste Regalreihe schieben, eine Halsstarre vom Titellesen bekommen...

Und hier ein Bild von einem Weihnachtsbaum hinter Gitter... Weil es schon bald passieren wird, aber noch nicht... noch nicht. Mwahahaahaaaa, Weihnachten!

06 November 2009

How to survive a sunny day in Edinburgh

Ja, es gibt sie! Sonnige Tage in Edinburgh, weahaaayyy! Und damit ihr nicht anfangt zu weinen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagt und einen Nervenzusammenbruch erleidet, falls ihr mal an einem sonnigen Tag in dieser schottischen Stadt seid, hier ein How To:

1. Sonnenbrillen ausprobieren



2. Ein Rugby Spiel ansehen



3. Frisbee spielen



4. An den Strand fahren



5. Die Aussicht auf dem Arthur's Seat geniessen



Und noch Mijoooonen Dinge mehr :) Als nächstes dann: How to survive a rainy day in Edinburgh.

01 November 2009

Samhuin

Ja, ich weiß. Gestern war Halloween. Yay. Meine Mitbewohnerinnen und ich waren so ziemlich die einzigen, die nicht verkleidet durch die Straßen liefen, auf dem Weg zur Royal Mile, wo eine Samhuin Parade uns vor Schreck die Schuhe ausziehen sollte. Ich mag Menschen, ehrlich, aber gestern hatte sich alles gegen mich verschworen.
Neu auf der "zu-töten" Liste: Frauen mit großen Perücken und pinken Cowboyhüten, Leute mit Kindern auf den Schultern, Menschen mit großen Sombreros und Hobbyfotografen mit kleiderschrankgroßen Kameras. Boah. Hat. Mich. Das. Aufgeregt! Egal wo ich stand, es stand immer ein Exemplar der eben genannten Leute vor mir. Dadurch hatte ich natürlich einen hervorragenden Blick auf die Prozession, die ansonsten aber sehr cool war. Soweit ich das erkennen konnte. Fackeln und gruselige Gestalten, Rabenmasken und dumpfe Trommeln... Ziemlich halloweenig.
Dann war da noch die Schlumpfine, die ein sehr ausgefeiltes Kostüm hatte. Sie war nicht einfach blau angemalt und hatte einen weißen Hut, nein. Sie hatte auch noch blaue Fausthandschuhe, die das Outfit abrundeten. Ich bewunderte, wie sie mit den Dingern die Bierdose fest im Griff hatte, bis mir irgendwann einfiel: Haben Schlümpfe nur einen Daumen und einen Finger? Haben sie nicht, sondern Daumen plus 3 Finger. Aber schön, wie das Mädel sein Kostüm mit Details geschmückt hatte, die es eigentlich gar nicht gab :)
Den Abend gerettet haben aber die beiden Sachsen neben uns. Benita schaut mich an und fängt auf ein Mal an wie blöd zu grinsen. Ich erst verwirrt, guck hinter mich, neben mich - nix. Bis ich es auch hörte. Da steht man in Edinburgh bei einer traditionellen gälischen Geisterzelebration und die 2 Hünen neben einem haben nichts besseres zu tun, als im übelsten Sächsisch zu reden. Für die nächsten 10 Minuten haben wir noch nicht mal versucht unser Lachen zu unterdrücken, sondern fröhlich vor uns hingekichert. Sachsen brauchen nur den Mund aufzumachen und sind schon lustig.
So, ich muss dann auch mal wieder. Ein Risotto wartet darauf zubereitet zu werden, und diese Dinger sollte man nicht lange warten lassen, sonst werden sie extrem ungemütlich. (Okay, meine Mitbewohnerinnen werden dann ungemütlich, weil es nicht das versprochene Abendessen gibt, deswegen auuuuffff in die Küche.)

23 Juli 2009

Nackt mit nackten Frauen reden

I am doing it. In Japan geht man nämlich recht gerne ins Onsen, das ist eine Art öffentliches Bad. Wird übersetzt mit "Hot Spring", aber heisse Quellen sind es eher nicht. Auch hier gibt es wieder bestimmte Regeln, weswegen ich beim ersten Mal ein wenig verschüchtert war und gleich die erste (und einzige andere Frau im Raum) Japanerin angesprochen hab. Erst waschen und dann ins Becken oder doch anders rum? Sie hat es mir nett erklärt und ich hab es sogar verstanden. Awesome.
Am Anfang war es schon merkwürdig zusammen mit anderen Frauen Körperhygiene zu betreiben, aber mittlerweile hat es eine beruhigende Wirkung auf mich. Man kommt in den Vorraum, wo meist schon Frauen dabei sind, sich an- oder auszuziehen. Man legt selbst seine Sachen in einen Korb, macht die Tür zum Baderaum auf... Und ist inmitten einer nassen Oase der Ruhe, die gefüllt ist mit warmem Wasserdampf. Wasser plätschert, Frauen aller Altersgruppen sitzen vor Spiegeln und duschen sich gründlich, bevor sie in eines der heissen Becken steigt. Je nach Onsen gibt es davon relativ viele, mit Whirlpool, verschiedenen Temperaturgraden und teilweise sogar draussen. Der Eintritt kostet meist um die 500 Yen, also rund 4€. Am Ende dusch ich dann noch ein Mal kalt (jedenfalls jetzt im Sommer), bevor ich in den Vorraum gehe und mich wieder anziehe. Dort gibt es auch immer eine Spiegelwand mit Fön und Stühlen, manchmal sogar Haarbürsten und Bodylotion. In jedem Fall ein sehr entspannendes Erlebnis, weil man sonst eher nicht so oft ein richtiges Bad nimmt, sondern nur schnell duscht. Solltet ihr also mal in Japan sein, ruhig ausprobieren :)

19 Juli 2009

Newsticker

Rochen unterm Kayak durchgeschwommen, wtf! Kugelfisch mit putt-putt Geräusch direkt unter der Ozeanoberfläche im Kreis geschwommen. Fliegender Fisch 5m vor mir aus dem Wasser geschossen [bytheway: Fliegende Fische sind ja wohl die Arschlöcher der Evolution. "Hey, wir können unter Wasser atmen UND fliegen! Was kannst du?"].
Nachts unterm Sternenhimmel mit Gummistiefeln im Fluss rumgestolpert und Garnelen mit einem Kescher gefangen. Neue Brille. Mit der Seilbahn auf den Augenbrauenberg gefahren und dort ein Museum über einen Portugiesen ganz alleine unsicher gemacht.
Ventilator (der den Namen "Airmate" trägt, ohne Schmu) zu meinem neuen besten Freund erklärt. Kühle Wassermelone an einem heissen Tag gegessen. Immer noch nicht den Bafög Antrag ausgefüllt. Mehr Eis zu mir genommen, als gut tut. Mit Schnorchel und Schwimmbrille (das hört sich komisch an, oder? Schwimmbrille...) im Pazifischen Ozean getrieben und kleine blaue Fische zwischen Anemonen hin und her flitzen sehen. Das kleine Kind, dass seine winzigen Händchen ausgestreckt hat, damit ich einen kleinen Einsiedlerkrebs hineinlegen kann. Um ihn dann vergnügt ins Wasser fallen zu lassen.
Abends Eistee bei Tani-san, die mir lachend ihre alten Hochzeitsfotos zeigt. Die kreischenden Mädchen im Schildkrötenmuseum, die bei jeder kleinen Bewegung der Skiturtle vor Bewunderung fast ausgerastet sind, während meine Kollegin und ich versuchten unser Lachen zu unterdrücken. Der Polizist mit rot leuchtendem/blinkendem Polizeiknüppel, der auf dem Fußweg der Brücke den Fußgängerverkehr geregelt hat. Die grellen Lichter auf dem Jahrmarkt, der Geruch nach Takoyaki (darüber schreib ich im nächsten Essensteil mal), gratis Handfächer und ein Kobe-san, der mir begeistert seine Sammlung von Hirschkäfern zeigt.
Die Show meines Awa Odori Tanzvereins. Eine echt gute Vorstellung, die Leute klatschen am Ende wie doof, auf ein Mal geht die Bühnenbeleuchtung aus und ein Lichtkegel richtet sich in die Mitte des Publikums, wo ein Alien steht. Ich schwör's. Auf mein Leben, Alter. Also da stand wirklich ein Kind (?) in einem silbernen Anzug mit Plastik-Alienkopf und wurde von einem Mann zur Bühne geleitet, wo es dann zusammen mit dem Rest der Awa Odori Truppe einen Moment getanzt hat. Japan, ohne Worte.

Boah, Präsenz und Präteritum im Dreiklang. Da müsst ihr jetzt durch. Oder seid es schon, wenn ihr von oben nach unten gelesen habt.

15 Mai 2009

Eine Woche voller Awesomeness

neigt sich langsam dem Ende zu. Der Anfang ließ sich schon sehen, quasi der Klimax vor der Spannungssteigerung - ich hab im Deutschunterricht gefehlt, als es um das korrekte Erzählen von Geschichten ging. Ich hatte frei! 3 Tage am Stück, 72 lange Stunden. Wahnsinn. Hab mich morgens aufgemacht und bin mit der Bimmelbahn nach Tokushima, um da einen Bus nach Kochi zu nehmen. Kochi, das Land, in dem Träume wahr werden und Wunder Wirklichkeit. Oder so. Irgendwann nachmittags angekommen, die Tourist Info am Bahnhof für mehrere Stunden lahm gelegt und erfolgreich 2 Übernachtungen in einem traditionellen Japanischen Gasthaus gebucht. Da bin ich dann auch nach dem Kauf von FlipFlops (wie konnte ich so lange ohne überleben?) hingetingelt und wurde von einer süßen alten Dame empfangen. Hund neben der Couch, Zimmer mit Futon.
Die nächsten Tage besichtigte ich das Schloss, betrieb ein bisschen Sightseeing und fühlte mich wie Indiana Jones, als ich die Tropfsteinhöhlen von Ryulalala erkundigte. Jungfrau Maria und Buddha inklusive. Sehr schnell war auch schon wieder Mittwoch abend und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hiwasa. Doch damit war die Awesomeness noch nicht vorbei, weit gefehlt! Am Donnerstag Nachmittag stachen mein Kayak und ich in See, zum ersten Mal alleine, yay. Vielleicht bin es ja auch nur ich, aber der Ozean ist einfach nur cool. Bin ruhig zwischen den Felsen dahingetrieben und hab die Fische unter mir beobachtet, die Quallen, Algen und Korallen. Dann an einem Strand Pause gemacht und Schnecken, Muscheln und Krebse gesammelt - nice. Heute morgen dann ein neues Kapitel Awesomeness: Surfen! Junko-san und ich mit Neopren Anzug und Surfboard am Strand... a Draum. Gar nicht mal so einfach die Sache, lasst es euch gesagt sein. Hab's nicht wirklich gebacken bekommen, aufzustehen, aber war trotzdem Phun! Erst mal mit dem Board klar kommen war meine Devise. Werde definitiv einen nächsten Versuch starten. Wellen, nehmt euch in Acht, mwahaha!

02 April 2009

Za - Zen


bedeutet so viel wie Zen Meditation und ich war dabei, live und in Farbe. Mie-san (etwas verwirrend bei der Vorstellung, weil ich dachte, dass sie versucht meinen Namen zu sagen und hab deswegen mehrmals langsam:"MiA" gesagt, bis mir klar wurde, dass sie mir ihren Namen sagt...) hatte mich eingeladen an einer privaten Zen Meditation in einem Tempel teilzunehmen. Gerne!
Außer mir waren da noch die dünne Frau, deren Namen ich vergessen hab, und das Ehepaar, dessen Namen ich vergessen hab. Ach ja, noch ein Kunstlehrer aus Tokio, dessen Namen ich vergessen hab. Vor Ort trafen wir dann auf den Mönch, der genauso aussah, wie man sich einen buddhistischen Mönch vostellt. Glatze, etwas hager, eindrucksvolles Gesicht mit einer Menge Furchen und ein weites Gewand. Ehrlich, den hätte meine Fantasie nicht besser hinbekommen. Ein bisschen bang war mir ja schon, bei so einer Zeremonie kann man ja sicher eine Menge falsch machen, aber glücklicherweise waren die anderen in der Hinsicht auch Anfänger und der Mönch hat uns geduldig alles erklärt und vorgemacht, so dass ich es auch verstehen konnte. Alles sehr genau vorgeschrieben, von der Art wie man den Tempel betritt (mit dem linken Fuss, dann der rechte, den linken nachziehen, Hände falten und dann verbeugen) über die richtige Sitzhaltung bis zum Verlassen des Tempel. Und dann ging's los. Im Schneidersitz auf ein kleines Kissen gesetzt (welch Luxus), die Hände im Schoss verschränkt, den Rücken grade und der Geschichte des Mönchs lauschen. Hab ich (wie nicht anders zu erwarten) nicht verstanden. Irgendwann flüsterte Mie-san an meiner Seite: "Press!" Ich: "Häh?" Und sie wieder:"Press!" Hab dann erst mal meine Lippen zusammengepresst, bis mir Sekunden später aufgegangen ist, das sie "Praise!" gesagt hatte... Na herrlich. Pressen und Beten ist ja auch fast das gleiche. Also hab ich an irgendwas gedacht.
Dann klingelt der Mönch so eine kleine Glocke und sagt irgendwas mit 3 Minuten. Ich blinzel auf die Uhr vor mir und denke: Na ja, 20 Minuten sitzen wir hier schon, da halt ich 3 gerade noch aus. Schneidersitz hört sich nämlich nicht unbequem an, aber wenn man 20 Minuten so sitzt, dann wird's irgendwie ungemütlich. Die 3 Minuten vergehen, absolute Stille. 5 Minuten sind vorbei und langsam dämmerts mit: Der hat gar nicht 3 Minuten gesagt, sondern 30! Das liess 2 Möglichkeiten offen. Entweder bis um 11.30 oder insgesamt eine halbe Stunde. Zu dem Zeitpunkt war es 11.15. Also hab ich die nächsten 15 Minuten versucht meinen inneren Frieden zu finden, während meine Füsse und Beine sich nach und nach verabschiedet haben. Während ich von Zeit zu Zeit unbehaglich hin und hergerutscht bin, saß Mie-san da, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, der Wahnsinn.
Wieder auf die Uhr geblinzelt: 11.35. Also noch mal bis um 11.45. So richtig erleuchtet hab ich mich nicht gefühlt, da stand eher die Sorge im Vordergrund, ob ich nach der Session überhaupt noch in der Lage sein würde aufzustehen. Mehr als fraglich. Als es dann aber 11.49 war und sich immer noch nichts geregt hat, wurde ich leicht panisch. Bis um 12.30? So lange könnte ich nicht mehr still sitzen. Genau in dem Moment schlägt der Mönch wieder die Glocke... Danke!
Danach sind wir in ein anderes Tempelgebäude gegangen und haben zusammen aus einem Buch gesungen. Also die anderen haben gesungen und ich hab versucht herauszufinden, wo wir gerade waren. Zum Schluss noch ein bisschen Stretching (ich bin so gelenkig wir ein Kiesel) und die Meditation war vorbei.
Insgesamt eine interessante Erfahrung, aber nichts, was ich jedes Wochenende machen würde. Dafür sind mir meine Füsse zu schade, nicht dass die noch aus Mangel an Blutzufuhr absterben. Witwenrente bekomm ich da bestimmt nicht.

23 März 2009

Wochenende!


Ist schon vorbei, aber weil's so schön war noch mal in der Zusammenfassung. Am Freitag morgen sind Owa-san, Sugimoto-san und ich von Hiwasa nach Kobe gefahren, um ein Kayak abzuliefern. Auf dem Weg haben wir dann noch einen Zwischenstopp eingelegt, Sightseeing auf japanisch. Heisst, dass wir uns einen Bauernhof angeschaut haben... Kühe, Schweine, Ponies und jede Menge Japaner, die ihren Kindern Milchflaschen für die kleinen Kälbchen kaufen und das ängstliche Geschrei des Juniors beim Fotoshoot mit der Kuh stoisch ignorieren. Man will diesen schönen Moment ja auch festhalten. Wo uns Deutschen vielleicht ein Foto neben einem von Siegfrid und Roys Stofftierchen ein Platz auf dem Kaminsims Wert wäre, verfallen die Japaner bei einer waschechten Kuh in helles Entzücken. Ich hab mich jedenfalls auch gefreut, und ausgiebig die süssen Kälbchen geknuddelt und den Ponies über die samtige Nase gestrichen. Und wir haben unsere eigene Butter geschüttelt. Man nehme einen Becher Sahne und schüttle ihn, bis der Arm abfällt. Fertig ist die selbstgeschüttelte Butter. Hat sogar ganz gut geschmeckt.
Am selben Abend sind dann Kathrin und Karl angekommen, 2 Deutsche, die ich in Kyoto kennengelernt hab und die mich besucht haben. Also noch schnell in die einzige Bar Hiwasas und am nächsten Tag hab ich den beiden Hiwasa gezeigt und am Nachmittag hat Herr Sugimoto mit uns eine kleine Kayaktour gemacht. Abends Okonomiyaki und Activity - ein perfekter Tag. Vor allen Dingen, was das Wetter betrifft, am Sonntag hat es dann nämlich den ganzen Tag über geregnet.

15 März 2009

Attack of the Killer Bambi


Dieses Wochenende war Sightseeing Hardcore angesagt. Das Wetter war gut, die Kameras geölt – der Touristen Marathon konnte beginnen. Ich studier ja nicht umsonst Tourismusmanagement. Da lernt man von der Pike auf, wie man ein angemessener Tourist ist. Kein guter, aber ein angemessener. Dem Klischee entsprechen, meine Mittouristen taten es. Wenn ihr glaubt, dass Japaner viele Fotos machen, dann dreht mal ne Runde durch Venedig mit ein paar Taiwanesen im Schlepptau. Yukki und Tei haben beide halbprofessionelle Kameras und nichts war vor ihnen sicher. Aber von vorne.
Der Samstag ging mit Kimonoanziehen los. Dauerte lediglich 45 Minuten, danach sah ich aus wie eine Touristin, die versucht so auszusehen wie eine Geisha. Also lächerlich. Aber es war interessant auszuprobieren, wie wenig man sich in so einem Kimono doch bewegen kann. Obligatorische Fotos geschossen und innerhalb weniger Minuten alles ausgezogen.
Danach den Philosopher's Path entlang, bis zum Ginkakuji. Eigentlich der silberne Tempel, da er aber gerade renoviert wird, konnten wir nur den Garten bewundern. Das war aber auch sehr beeindruckend. Das Highlight des Tages: Französische Bäckerei entdeckt und erst mal lecker Brot gekauft...
Am Sonntag ging es dann nach Nara, eine Stadt im Süden von Kyoto. Dort haben wir den größten Buddha Japans gesehen und mussten uns vor dreisten Rehen in Acht nehmen. Warum eigentlich in Acht nehmen? Warum nicht in Sieben? Egal. Sobald die Biester geahnt hatten, dass man was essbares dabei hatte, haben sie nicht mehr locker gelassen. Horden verängstigter Touristen verschwanden fast unter dem Ansturm der Bambis, die verdammt noch mal die Kekse haben wollten. Und sie waren überall. In den Tempeln, in den Parks, auf den Bürgersteigen...
Wir sind der Bambizone (sowas wie die Zombiezone in Resident Evil) aber lebend entkommen und danach noch zu Marias Gasteltern gefahren, wo wir das größte Abendessen in der Geschichte meines Magens zu uns genommen haben. Und lecker war's auch noch. 3 Stunden lang haben wir gegessen, die Sünde der Völlerei kann ich also von meiner To-Do-Liste streichen.

Kyoto


Hab ich eigentlich schon erzählt, wie ich in Kyoto angekommen bin? Selbst wenn, erzähl ich es jetzt einfach noch mal. Zum mitschreiben. Ich hatte mit Yashi ausgemacht, Bus Nr. 205 (?) zu nehmen, in Shijo Kawaramachi auszusteigen, über die Brücke und dann von der Telefonzelle aus noch mal anzurufen, er würde mich abholen. Hab ich gemacht. Er ging aber nicht ans Telefon. Schade, dachte ich bei mir, aber was soll's. Versuch ich's halt auf eigene Faust. Gesagt, getan. Also gleich zum nächsten Restaurant und gefragt, ob sie das Ichi En Sou kennen (Adresse hatte ich natürlich mal wieder nicht aufgeschrieben – Versuch macht kluch). Kannten sie nicht, aber der ältere Herr, der Englisch konnte, schleppte mich sofort zur nächsten Polizeistation (Randnotiz: Es war keine richtige Wache, sondern nur ein kleines Häuschen mit einem Polizisten drin, aber es war keine Polizistenzelle oder so) und dann ging's los. Situation erklärt, Leute angerufen... Ich stand ein wenig hilflos daneben und murmelte nur ab und zu: „It's okay, I will just call him again, no problem.“ Der Polizist benutzte ca. 3 verschiedene Telefone und rief letztendlich noch mal bei Yashi an, der dies Mal auch ans Telefon ging und innerhalb von 2 Minuten da war, um mich abzuholen. Tja, keine 20 Minuten in Kyoto, schon muss man mich von der Polizei abholen. Das war mir echt peinlich. Ich weiß zwar nicht, was der Polizist gesagt hat, aber ich denke mal ungefähr das:
„Entschuldigung, hier spricht die Polizei. Wir haben hier eine verzweifelte Gaijin, die auf der Suche nach Ihrem Hostel ist. Könnten Sie sie abholen kommen, das Mädel scheint zu doof selbst den Weg zu finden... Ja, vielen Dank. Bis gleich.“
Letztendlich hab ich also doch ins Ichi En Sou gefunden, zum Glück. Mit Abstand das coolste Hostel ever.

05 März 2009

Tokio - Ein Memorandum


Kann man das überhaupt sagen? Und was heisst das? Egal, klingt jedenfalls gut und in meiner Sprache heisst das sowas wie Rückblick/Erinnerung. Also.
Es war ein mal, vor langer, langer Zeit (2 Tage), da war ich in Tokio. Ich könnte jetzt sagen, wo ich überall gewesen bin, aber das macht eher wenig Sinn, denke ich. Deswegen also nur die Highlights (werde versuchen eine googleMaps Karte einzubauen, bin aber grad zu faul). Am besten gefallen haben mir das Shinjuku Rathaus (wegen der Aussicht und weil man endlich mal einen Stadtplan von Tokio bekommen hat, nicht zu vergessen die gratis Faustsocken), Shibuya (mit den 1000 Game Hallen, Restaurants, Klamottenläden und Menschen) und Downtown. Hab vergessen wie der Stadtteil heisst, ist aber irgendwo bei Ueno.
Der Sprach- und Kulturkurs, den wir an der United Nations University hatten war auch awesome, in dem Zusammenhang waren wir 3 mal typisch japanisch essen (aber immer unterschiedlich) und auch in einer Karaoke Bar. Und wer anhand des Fotos errät, welches Lied wir als erstes gesungen haben bekommt nix, ausser der Gewissheit einen sehr guten Musikgeschmack zu haben. Oder so. Danach Dschingis Khan (in Japan wohl sehr bekannt) intoniert und ein japanisches Kinderlied vorgesungen bekommen – nice.
Auch sehr empfehlenswert sind die Minibars. Also nicht die im Hotel (als ob ich eine gehabt hätte...), sondern kleine Bars, in die maximal 6 Leute rein passen. Da haben Björn und ich es tatsächlich geschafft uns 3 Stunden lang mit dem Barkeeper zu unterhalten. Auf japanisch! Muss ein lustiges Bild gewesen sein, weil die Hälfte der Zeit einer von uns im Japanisch – Englisch Buch geblättert hat, verzweifelt auf der Suche nach Wörtern, und die andere Hälfte der Zeit hat der Barkeeper Wörter in sein elektronisches Wörterbuch getippt. War dann aber auch ein teurer Abend, für ein Bier und ein Sake (schmeckt wie sehr starker Weißwein, nicht so mein Ding) 1400 Yen berappt, also schlappe 12 Euro ungefähr.
Tokio ist zwar nicht meine Lieblingsstadt geworden (Kyoto ist auf dem besten Weg dahin), aber ich muss auf jeden Fall noch mal hin. Alleine um an der Strandpromenade in Odaiba entlang zu gehen und den Japanern dabei zusehen, wie sie Hunde für einen Spaziergang mieten...

Lukas der Lokomotivführer


wäre entzückt gewesen. Auf meiner Bahnreise gestern tschutschute der Zug durch echt schöne Landschaften, hab dann auch die Hälfte der Zeit verträumt aus dem Fenster geschaut. Ich hatte nämlich beschlossen nicht den Shinkansen zu nehmen, sondern ganz rural mit dem Bummelzug durch Japan zu zuckeln. Dauerte 8 Stunden anstelle von 4 (?), aber ich hatte ja Zeit. Brauchte ich auch. Denn das Ticket, dass ich in Tokyo gekauft hatte war nur für einen Expresszug gültig und nicht für die 2, die ich benutzen wollte. Deswegen wollten die netten Zugführer noch mehr Geld von mir haben, was ich ablehnte, weil ich eh schon so viel bezahlt hatte und es sonst preislich auf dem Niveau des Shinkansen geendet hätte. Ich hab aber nicht verstanden, warum sie mehr Geld haben wollten und sie haben nicht verstanden, warum ich nicht bezahlen wollte. Das ganze irgendwo im Nirgendwo, wo alle Schilder nur noch in Kanji geschrieben sind und nicht mehr auch in Romanji. Zum Glück hat dann ein anderer Japaner simultan übersetzt und ich hab dann beschlossen, den noch bummeligeren Bummelzug zu nehmen, da hab ich dann sogar noch Geld zurück bekommen und musste nichts mehr zahlen. Allerdings musste ich dadurch 3 Mal mehr umsteigen. Was sich auch schwierig gestaltete, aber mit der Hilfe von ein paar netten Japanern hab ich es geschafft. Ich hatte nämlich die Zeiten und die Bahnhöfe auf einem Zettel stehen, aber auch wieder nur in Schriftzeichen, so dass ich nur nach der Zeit umgestiegen bin, aber eigentlich keine Ahnung hatte wo ich war.
Dann hab ich auf dem letzten Teil noch einen Deutschen getroffen, dessen Eltern Inder sind und der seit 13 Jahren in Japan lebt... Alles klar. Fast so wie an dem Tag, an dem ich einen Japaner in der U-Bahn getroffen hab, der vor 20 Jahren 3 Jahre für die Japanische Botschaft in Bonn gearbeitet hat und dementsprechend Deutsch sprach. Ich weiß auch nicht, wie ich solche Leute immer treffe.

Lost in Tokio


Heute habe ich mich in Tokio verlaufen. Aaaaand I loveded it! War eigentlich cool, ich hab dann in einem Laden gefragt, wo auf der Karte ich mich befinde, aber das konnte sie mir auch nicht so genau sagen und hat immer auf das Rathaus von Shinjuku gezeigt (in dessen 45. Stock ich war, um diesen Ausblick zu geniessen), wusste aber auch nicht, ob wir nun südlich oder östlich oder wie auch immer davon waren. Dann haben sich noch 2 Japaner dazu gesellt, die mich letztendlich zu einer Bushaltestelle begleitet haben, damit ich von da aus nach Shinjuku fahren konnte, um in die U-Bahn für die Jugendherberge zu steigen. Die haben sogar noch gewartet, bis ich beim Busfahrer das Ticket gekauft hatte und haben mir dann zugewunken, als die Türen zugingen, das war niedlich. Hab mich wie kurz nach der Einkindergartung gefühlt (ja, selbst dahin musste ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren), als man brav in einer der ersten Reihen saß und seinen Eltern zugewunken hat, die auf dem Bürgersteig an der Bushaltestelle standen und gewartet haben, bis der Bus außer Sicht war... Hach.

Naivität - ich hab sie

Und ein bisschen Dämlichkeit. Zusammen eine ungesunde Mischung. Vor allen Dingen, wenn man in einer Stadt wie Tokio sein Hostel finden will, ahem. Erst mal hab ich meine eigenen Notizen nicht richtig gelesen, bin also an einer Station ausgestiegen und raus aus dem Bahnhof, anstatt umzusteigen und die nächste Bahn nach Sangubashi zu nehmen. Bis mir die netten Herren vom McDonalds dann vorgelesen haben, was auf meinem Notizzettel stand. War mir nur ein bisschen peinlich. Also weiter nach Sangubashi. Echt jetzt? Nöö, dachte ich mir, nehm ich doch mal die falsche Bahn und fahr dann wieder zurück, macht viel mehr Spass. Hab ich dann auch getan. War super. Nach 3 Stunden Aufenthalt in japanischen Schienenfahrzeugen und mit einem 16kg schweren Rucksack auf dem Rücken, dazu noch meine Laptoptasche und ein kleinerer Rucksack – es war fast wie Wellness Urlaub. Letztendlich doch in Sangubashi angekommen. Und wie weiter? Hatte ich wirklich angenommen, dass ich aus dem Bahnhof komme und direkt vor mir die Jugendherberge ist? Offensichtlich, denn ich hatte mir keine Karte ausgedruckt. Also weiter durchfragen, die Adresse vom Yoyogi Youth Hostel hatte ich klugerweise auch nicht notiert, nur die Telefonnummer. Zwei Frauen aus einem Coffeeshop haben mir dann weiter geholfen und Hallelujah, nach weiteren 20 Minuten war ich endlich da! Zum Glück eine halbe Stunde, bevor die Rezeption geschlossen hat. Das Glück der Doofen, nennt man sowas wohl.