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26 November 2009

How to survive a rainy day in Edinburgh

Regnerischer Tag blablabla Edinburgh blablabla How to blablabla. Ihr kennt das Schema.

1. Eine alte Frau in grünem Mantel mit einem grünen Froschregenschirm (inklusive hervorstehender Augen!) auf der anderen Straßenseite vorbeigehen sehen. Zu viel Awesomeness um sie in Worte zu fassen. Vor allen Dingen, weil sie den Schirm genau so hielt, dass der hintere Teil genau eine Linie mit ihrem Rücken bildete. Hach.

2. Mit den lovely flatmates eine Runde Scrabble und Trink-den-Latte beim Starbucks spielen.

3. Leute mit Schirm auslachen (außer die Leute mit Froschregenschirm, weil die rocken), weil es aussichtslos ist bei Windstärke 10 mit einem Schirm nicht wie ein kompletter Idiot auszusehen.

4. Eine halbe Stunde lang mit Mitbewohnerinnen in der Videothek darüber streiten, welchen Film man abends schaut und letztendlich mehrere ausleihen. ("Ich hasse Fantasy!" - "Boah, wenn ich das Cover schon sehe!" - "Nichts mit Horror!"...)

5. In der National Gallery dem Reverend beim Schlittschuhlaufen zuschauen.


Ich bin immer noch amazed von dem Stil und der Klasse, die dieser Kerl an den Tag legt. Awesome.

6. In die National Library gehen, dem Geräusch von umgeblätterten Büchern zuhören, ein Grinsen unterdrücken, wenn man an den Nerds in der Fantasyabteilung vorbeigeht, sich an der alten Frau vorbei in die nächste Regalreihe schieben, eine Halsstarre vom Titellesen bekommen...

Und hier ein Bild von einem Weihnachtsbaum hinter Gitter... Weil es schon bald passieren wird, aber noch nicht... noch nicht. Mwahahaahaaaa, Weihnachten!

P-P-P-P-P-Pokerfaaaace

What time is it? (Ehrlich mal, was ist die Zeit? Wer hat sich denn das ausgedacht?) It's taaaim to riefreschhh dis Blog. Mit dem hottesten des hottesten, dem freshesten des freshesten, dem hottesten des... oh, das hatten wir schon.
Mh. Ich werd euch eine Geschichte erzählen, so alt wie das Universum selbst. Es waren ein Mal 5 junge Maiden, 2 mit Locken, eine mit Glätteisen und 2 mit glatten Haaren. Die beschlossen ein Pokerturnier zu organisieren, weil sie gehört hatten, dass James Bond dort öfter vorbeischaut. Also stürzten sie sich in Unkosten, scheuten keinen Zeitaufwand und holten die Schnurrbärte raus (ist mir öfter passiert in letzter Zeit), um den Traum Realität werden zu lassen. Und, BÄMM, die Realität schlug uns am Abend des Turniers ziemlich hart ins Gesicht.
+++ Eintreffen der 5 Maiden um 17.30, um Tische zusammenzustellen +++ Nicht-Ankunft der Filzauflagen für die Tische um 18.00 +++ Mia geht die sanitären Anlagen checken und flutet die Toiletten, nachdem sie den nassen Boden mit Papier aufwischt und versucht es runterszuspülen = Damentoilette für den gesamten Abend gesperrt +++ Nachfragen, ob man die Musik mal anstellen könnte - "Ja, natürlich!" +++ Nicht-Ankunft der Filzauflagen um 18.30 +++ Nicht-Ankunft der fehlenden Dealer und Chips um 18.30 +++ Nachfragen, ob man die Musik mal anstellen könnte - "Ja, natürlich! +++ Sicherstellen, dass die Bar um 19.00 geöffnet wird - "Sicher, wir besorgen nur noch das Wechselgeld." +++ Nicht-Ankunft der Filzauflagen um 18.45 +++ Nicht-Ankunft der fehlenden Dealer und Chips um 18.45 +++ Frequenz der von Theresa vor sich hingemurmelten "Oh my God! Oh. My. God." nimmt exponentiell zu +++Ankunft der ersten Gäste um 18.50 +++ Musik läuft +++ Sicherstellen, dass die Bar um 19.00 geöffnet wird - "Wird vermutlich ein bisschen später, so gegen 19.15." Aha. Super. +++ Nicht-Ankunft der Filzauflagen um 18.55 +++ Ankunft der fehlenden Dealer um 19.00 +++ Eigentlicher Start des Events um 19.00. Harhar. +++ Einlass der Gäste in den "Pokerraum" um 19.15 +++ Beginn des Turniers um 19.35 +++
Puh. Abgesehen von der späten Bareröffnung mit einem Mädel, das erst seit einer halben Stunde in dem Laden arbeitete, den nie ankommenden Filzauflagen, dem etwas zu knapp berechneten Platz und der überfluteten Damentoilette lief's dann doch ziemlich gut. Montag wissen wir dann, was die Lehrer davon hielten. Ach ja, James Bond kam auch nie vorbei. Der Arsch.

06 November 2009

How to survive a sunny day in Edinburgh

Ja, es gibt sie! Sonnige Tage in Edinburgh, weahaaayyy! Und damit ihr nicht anfangt zu weinen, die Hände über dem Kopf zusammenschlagt und einen Nervenzusammenbruch erleidet, falls ihr mal an einem sonnigen Tag in dieser schottischen Stadt seid, hier ein How To:

1. Sonnenbrillen ausprobieren



2. Ein Rugby Spiel ansehen



3. Frisbee spielen



4. An den Strand fahren



5. Die Aussicht auf dem Arthur's Seat geniessen



Und noch Mijoooonen Dinge mehr :) Als nächstes dann: How to survive a rainy day in Edinburgh.

01 November 2009

Samhuin

Ja, ich weiß. Gestern war Halloween. Yay. Meine Mitbewohnerinnen und ich waren so ziemlich die einzigen, die nicht verkleidet durch die Straßen liefen, auf dem Weg zur Royal Mile, wo eine Samhuin Parade uns vor Schreck die Schuhe ausziehen sollte. Ich mag Menschen, ehrlich, aber gestern hatte sich alles gegen mich verschworen.
Neu auf der "zu-töten" Liste: Frauen mit großen Perücken und pinken Cowboyhüten, Leute mit Kindern auf den Schultern, Menschen mit großen Sombreros und Hobbyfotografen mit kleiderschrankgroßen Kameras. Boah. Hat. Mich. Das. Aufgeregt! Egal wo ich stand, es stand immer ein Exemplar der eben genannten Leute vor mir. Dadurch hatte ich natürlich einen hervorragenden Blick auf die Prozession, die ansonsten aber sehr cool war. Soweit ich das erkennen konnte. Fackeln und gruselige Gestalten, Rabenmasken und dumpfe Trommeln... Ziemlich halloweenig.
Dann war da noch die Schlumpfine, die ein sehr ausgefeiltes Kostüm hatte. Sie war nicht einfach blau angemalt und hatte einen weißen Hut, nein. Sie hatte auch noch blaue Fausthandschuhe, die das Outfit abrundeten. Ich bewunderte, wie sie mit den Dingern die Bierdose fest im Griff hatte, bis mir irgendwann einfiel: Haben Schlümpfe nur einen Daumen und einen Finger? Haben sie nicht, sondern Daumen plus 3 Finger. Aber schön, wie das Mädel sein Kostüm mit Details geschmückt hatte, die es eigentlich gar nicht gab :)
Den Abend gerettet haben aber die beiden Sachsen neben uns. Benita schaut mich an und fängt auf ein Mal an wie blöd zu grinsen. Ich erst verwirrt, guck hinter mich, neben mich - nix. Bis ich es auch hörte. Da steht man in Edinburgh bei einer traditionellen gälischen Geisterzelebration und die 2 Hünen neben einem haben nichts besseres zu tun, als im übelsten Sächsisch zu reden. Für die nächsten 10 Minuten haben wir noch nicht mal versucht unser Lachen zu unterdrücken, sondern fröhlich vor uns hingekichert. Sachsen brauchen nur den Mund aufzumachen und sind schon lustig.
So, ich muss dann auch mal wieder. Ein Risotto wartet darauf zubereitet zu werden, und diese Dinger sollte man nicht lange warten lassen, sonst werden sie extrem ungemütlich. (Okay, meine Mitbewohnerinnen werden dann ungemütlich, weil es nicht das versprochene Abendessen gibt, deswegen auuuuffff in die Küche.)

05 Oktober 2009

Frühsbee

Au. Ein Wort, dass ich die letzten Tage über übermäßig oft benutzte. Denn es war Frisbee Time. Dieses Wochenende waren meine reizenden Mitbewohnerinnen und ich zusammen mit 27 anderen Frisbee-Pros in Stirling anzutreffen, a weekend of madness beschreibt es wohl ganz gut.
Müde Menschen am Samstag Morgen um 6.45 an der Weaverly Station (dieser Name könnte aus einem Harry Potter Buch stammen), mein Buttermesser kam zum ersten und letzten Mal an diesem Wochenende zum Einsatz (zur Rettung einer Kreditkarte), ein Clubpräsident, der die Nacht zuvor nicht geschlafen hatte und auch noch leicht alkoholisiert war.
Ankunft am Spielfeld, ach ne, 2km vom Spielfeld entfernt... Traue keinem Taxifahrer in Stirling. Abgeschlossene Umkleidekabinen und Aufwärmübungen später ging's dann endlich los. Die Bilanz 3 Spiele später: Die mir geliehenen Schuhe sind ein kleines (= 1 bis 1 1/2 Nummern) bisschen zu groß (= Blase an der Hacke), Frisbee bei gefühlter Windstärke 10 ist gar nicht mal so einfach, in Schottland wechselt das Wetter von Sturm, zu kaltem Nadelregen zu strahlendem Sonnenschein innerhalb weniger Minuten, kleine, dicke Männer mit Drahtbrille und Halbglatze sind nicht zu unterschätzende Gegner und Scheibenkäse auf Vollkorntoast ist kein Ersatz für echte Nahrung. Ach ja, ein Spiel haben wir gewonnen, 2 verloren, also auf Platz 3 und damit ready for Crossover. Was wir gerne am selben Tag gespielt hätten, aber nein, das andere Team wollte lieber Sonntag Morgen um 9 Uhr spielen... Okay. Das bedeutete also, dass wir um 7.15 aufstehen mussten, was an sich kein Problem war, es stand schliesslich keine Party für Samstag Nacht an. Moment, falsch. Natürlich war Party später am Abend und die Schotten lieben ihre Fancy Dresses, weswegen das Ro Sham Bo Team (= wir) natürlich passend zum Thema auf dem Dancefloor erschienen. Moment, falsch. Das Thema war eigentlich 1999, wir dachten es wäre 99 und haben 99 Problems draus gemacht. Was bedeutete, dass unter anderem eine schwangere Nonne, eine männliche Bitch und eine wandelnde Graffiti Wand auf der Party erschienen.
Dann bliebe da noch die Erkenntnis, dass ich einen echt überzeugenden Vergewaltiger abgeben würde, sich mit Make-Up ziemlich realistische blaue Flecken erzeugen lassen und dass es sich sehr bequem in Jogginghosen tanzt. Ach ja, und dass man trotz Hangover noch ganz gut Frisbee spielen kann.
Der Sonntag fing zwar früh an, dafür war das Wetter allerdings fantastisch. Kalt, aber sehr sonnig. Natürlich haben wir das erste Spiel verloren und landeten somit im Pool der Verlierer, aber Ro Sham Bo 1 (wir waren mit 2 Teams angetreten) hatte am Samstag alle Spiele gewonnen und lurchte sich über Viertel- und Halb- bis ins Finale und schliesslich zum Sieg. Dafür waren wir (Team 2) aber die Gewinner der Loser und haben somit alles Silber abgeräumt, was es zu holen gab.
Heute fühle ich mich wie durch den Fleischwolf gedreht, Rückenschmerzen, Wadenschmerzen, aufkommende Erkältung (die gerade abgeklungen war), Humpelei durch Blase und dann wäre da noch der Knöchel des anderen Fußes, auf den mir einer meiner Mitspieler voller Freude mit seinen Fussballschuhstollen drauf sprang.
Mit ein paar Worten: Es war awesome!

09 September 2009

Oim bakk!

Moinsen und hallo! Wollte nur die langsame Wiederinbestandnahme dieses Blogs ankuendigen. Regelmaessigerer Kontent (jeez, diese Anglizismen, davon werden in Zukunft ein paar mehr auftauchen) erfolgt dann ab Internetankunft in unseren geheiligten vier Waenden.
Uns, uns, wer ist denn uns? Das sind meine fellow Mitbewohnerinnen, die gerade neben mir sitzen und an ihrer Kurswahl verzweifeln. Mit den 2n hab ich auch die letzte Woche rumgebracht, denn ab Donnerstag werd ich schon eine ganze Woche in Auld Reekie gewesen sein werden haben. Oder so. Was bringt das Land der Highlander und des Whiskys also mit sich? Bis jetzt jedenfalls keins von eben genanntem.
Dafuer eine Wohnung nahe des Zentrums, mit leicht lila und gelben Waenden, einem Fernseher, der seit Resls Rendezvous mit der Fernbedienung eine ansehnliche Anzahl von Kanaelen ueber den Bildschirm flimmern laesst, einem Geschirrspueler (!!), einer unueberschaubaren Anzahl von Feuermeldern, die jede Woche auf Funktionabilitaet (oder wie das heisst) ueberprueft werden muessen, und einfach verglasten Fenstern. Ich freu mich schon auf die erste Gasrechnung.
Dann waere da noch der Pizzaladen, die Videothek und mehrere Inder, Chinesen und Kebablaeden direkt vor der Haustuer und ein Lidl in lockeren 5 Minuten zu Fuss. Nur der Campus ist nicht gerade eben in walking distance, aber damit kann ich leben. Und wenn es dann noch Ben & Jerry's zum halben Preis im Tesco gibt - was will man mehr? Na gut, das Wetter ist schottisch, aber selbst ohne Regenschirm hab ich das bis jetzt ueberlebt. Und Edinburgh selbst ist simply awesome! Schon auf dem Weg vom Flughafen zur Wohnung dachte ich die ganze Zeit entzueckt: "Ooohh, sehen die Haeuser hier alle suuuueeess aus! Und die Schornsteine, wie bei Mary Poppins! Und der Rasen, so gepflegt! Und die Taxen, so britisch!"
Von der Vielzahl an Pubs, Liveclubs, Kinos, Theatern und anderen lebenswichtigen Dingen ganz zu schweigen. Hoffentlich komm ich angesichts der vielen potentiellen Ablenkungseinrichtungen ueberhaupt noch zum studieren...

01 August 2009

Wah!

Nur noch 2 Tage (wenn man heute nicht mitzählt) und mein Praktikum ist zuende! Ging am Ende doch schneller, als man dachte. Momentan bin ich also im Dauerstress: Abschiedsgeschenke kaufen und verteilen, entscheiden, was ich verschicke und was ich hier lasse, arbeiten, mir Gedanken darüber machen, wo ich auf meiner Japanreise überhaupt hin will...
Und dann sind da noch die Geschenke, die ich bekommen hab. Generell sind Geschenke echt cool und ich hab hier in Japan eine Menge bekommen, aber manchmal fragt man sich, was sich die Leute denken. Von dem Mann, der mir für das Praktikum (also die Zeit, in der ich das Praktikum gemacht hab, nicht für das Praktikum selbst) eine Gitarre geliehen hat, hat mir ein Bild mit Glasrahmen geschenkt. Ungefähr 40cmx20cm. Ja, ne. Wie soll ich das bitte heil nach Hause bekommen? Das Bild ist nett, ein Foto von Hiwasa im Sonnenuntergang, aber viel unpraktischer zum transportieren hätte es nicht sein können. Dachte ich. Bis mir Kobe-san heute eine Vase (!) geschenkt hat. Why? Sieht auch ganz nett aus, aber wann werd ich in nächster Zukunft mal eine Vase brauchen? Ich hab schon Angst vor dem Besuch auf der Post, wo mir dann mitgeteilt wird, wie viel ich für das Paket nach Deutschland bezahlen muss.
Dies wird also vielleicht mein letzter Post, jedenfalls in Japan. Ich sag schon mal sicherheitshalber Cheerio und freu mich, euch Bagaluten in Deutschland wiederzusehen :)

23 Juli 2009

Nackt mit nackten Frauen reden

I am doing it. In Japan geht man nämlich recht gerne ins Onsen, das ist eine Art öffentliches Bad. Wird übersetzt mit "Hot Spring", aber heisse Quellen sind es eher nicht. Auch hier gibt es wieder bestimmte Regeln, weswegen ich beim ersten Mal ein wenig verschüchtert war und gleich die erste (und einzige andere Frau im Raum) Japanerin angesprochen hab. Erst waschen und dann ins Becken oder doch anders rum? Sie hat es mir nett erklärt und ich hab es sogar verstanden. Awesome.
Am Anfang war es schon merkwürdig zusammen mit anderen Frauen Körperhygiene zu betreiben, aber mittlerweile hat es eine beruhigende Wirkung auf mich. Man kommt in den Vorraum, wo meist schon Frauen dabei sind, sich an- oder auszuziehen. Man legt selbst seine Sachen in einen Korb, macht die Tür zum Baderaum auf... Und ist inmitten einer nassen Oase der Ruhe, die gefüllt ist mit warmem Wasserdampf. Wasser plätschert, Frauen aller Altersgruppen sitzen vor Spiegeln und duschen sich gründlich, bevor sie in eines der heissen Becken steigt. Je nach Onsen gibt es davon relativ viele, mit Whirlpool, verschiedenen Temperaturgraden und teilweise sogar draussen. Der Eintritt kostet meist um die 500 Yen, also rund 4€. Am Ende dusch ich dann noch ein Mal kalt (jedenfalls jetzt im Sommer), bevor ich in den Vorraum gehe und mich wieder anziehe. Dort gibt es auch immer eine Spiegelwand mit Fön und Stühlen, manchmal sogar Haarbürsten und Bodylotion. In jedem Fall ein sehr entspannendes Erlebnis, weil man sonst eher nicht so oft ein richtiges Bad nimmt, sondern nur schnell duscht. Solltet ihr also mal in Japan sein, ruhig ausprobieren :)

20 Juli 2009

Die mit dem Australian Shepherd tanzen

Wir sind Hund! So würde vermutlich die Bild titulieren, man könnte aber auch sagen: Meine Familie ist um ein Mitglied größer geworden! Und zwar um die kleine Hündin Cara, hier ist sie: (Ausrufe des Entzückens sind erlaubt)



Und noch ein Grund mehr, nach Hause zu kommen. Neben den 2 Fohlen. Ach ja, da wären ja auch noch diese... na, wie heißt es noch gleich? Ach ja, Menschen! Freu mich schon auf den 14. August :)

19 Juli 2009

Newsticker

Rochen unterm Kayak durchgeschwommen, wtf! Kugelfisch mit putt-putt Geräusch direkt unter der Ozeanoberfläche im Kreis geschwommen. Fliegender Fisch 5m vor mir aus dem Wasser geschossen [bytheway: Fliegende Fische sind ja wohl die Arschlöcher der Evolution. "Hey, wir können unter Wasser atmen UND fliegen! Was kannst du?"].
Nachts unterm Sternenhimmel mit Gummistiefeln im Fluss rumgestolpert und Garnelen mit einem Kescher gefangen. Neue Brille. Mit der Seilbahn auf den Augenbrauenberg gefahren und dort ein Museum über einen Portugiesen ganz alleine unsicher gemacht.
Ventilator (der den Namen "Airmate" trägt, ohne Schmu) zu meinem neuen besten Freund erklärt. Kühle Wassermelone an einem heissen Tag gegessen. Immer noch nicht den Bafög Antrag ausgefüllt. Mehr Eis zu mir genommen, als gut tut. Mit Schnorchel und Schwimmbrille (das hört sich komisch an, oder? Schwimmbrille...) im Pazifischen Ozean getrieben und kleine blaue Fische zwischen Anemonen hin und her flitzen sehen. Das kleine Kind, dass seine winzigen Händchen ausgestreckt hat, damit ich einen kleinen Einsiedlerkrebs hineinlegen kann. Um ihn dann vergnügt ins Wasser fallen zu lassen.
Abends Eistee bei Tani-san, die mir lachend ihre alten Hochzeitsfotos zeigt. Die kreischenden Mädchen im Schildkrötenmuseum, die bei jeder kleinen Bewegung der Skiturtle vor Bewunderung fast ausgerastet sind, während meine Kollegin und ich versuchten unser Lachen zu unterdrücken. Der Polizist mit rot leuchtendem/blinkendem Polizeiknüppel, der auf dem Fußweg der Brücke den Fußgängerverkehr geregelt hat. Die grellen Lichter auf dem Jahrmarkt, der Geruch nach Takoyaki (darüber schreib ich im nächsten Essensteil mal), gratis Handfächer und ein Kobe-san, der mir begeistert seine Sammlung von Hirschkäfern zeigt.
Die Show meines Awa Odori Tanzvereins. Eine echt gute Vorstellung, die Leute klatschen am Ende wie doof, auf ein Mal geht die Bühnenbeleuchtung aus und ein Lichtkegel richtet sich in die Mitte des Publikums, wo ein Alien steht. Ich schwör's. Auf mein Leben, Alter. Also da stand wirklich ein Kind (?) in einem silbernen Anzug mit Plastik-Alienkopf und wurde von einem Mann zur Bühne geleitet, wo es dann zusammen mit dem Rest der Awa Odori Truppe einen Moment getanzt hat. Japan, ohne Worte.

Boah, Präsenz und Präteritum im Dreiklang. Da müsst ihr jetzt durch. Oder seid es schon, wenn ihr von oben nach unten gelesen habt.

03 Juli 2009

Was für's Auge

Hokkaido

Der Grund für die gähnende Leere in diesem Blog, die fehlende Tinte auf dem blütenweißen Papier, das unangenehme Schweigen im Raum. Denn ich war dort, im hohen Norden Japans, wo es Kartoffelschokolade gibt, wo beleibte Ärzte aus ihren Kayaks fallen, wo man eine Pferdestraße entlangfahren kann und wo es oft nach faulen Eiern riecht. Aber von vorne.
Ohara-san und Moriyoka-san vom Flughafen abgeholt, zum Mittagessen rohes Fleisch (was ich erst merkte, als ich es im Mund hatte, da es kleingeschnitten war und aussah wie Bacon) und zum Nachtisch eben erwähnte Kartoffelschokolade. Oh ja, von KitKat. Die Special Edition, und ich hab eine der letzten erwischt, yay! Hier noch mal in voller Pracht:



Und sie schmeckt überraschenderweise sogar ganz gut. Wobei mein Chef nur trocken anmerkte, dass das daran liegen müsse, dass ich Deutsche sei... Soviel zu einer vorurteilsfreien Welt.
Nachmittags dann die Kayaks zusammengezimmert und zu einem geheimen See gepaddelt, den wir aufgrund der hohen Mückenpopulation allerdings schnell wieder verließen und dabei am Hügel der singenden Kaninchen vorbei kamen. That's Japan.
Am nächsten Tag ging's früh los, auf einem spiegelglatten See die fliegenfischenden Angler in der Nähe des Ufers schnell hinter uns gelassen, um auf der anderen Seite natürliche heiße Quellen vorzufinden. Daher auch der Geruch nach Schwefel (= faulen Eiern). Also erst mal die Beine ins warme Wasser baumeln lassen, das war schön.
Am selben Tag ließen wir unsere Kayaks dann einen schlammigen Fluss hinuntertreiben, zu der glasklaren Atmosphäre am Morgen ein starker Kontrast. Ich fühlte mich an die Everglades erinnert, obwohl ich da noch nie war. Wir waren erst ein Stück den Seitenarm flussaufwärts gerudert, wo uns ein Herr in merkwürdig gefärbtem Kayak ganz alleine entgegen gepaddelt kam. Schon da dachte ich: Na, so ganz alleine und relativ unbeholfen... Das könnte spannend werden.
Wurde es dann auch. Wir drehten um und ließen uns von der schnellen Strömung des Hauptflusses treiben, als wir nach vielleicht 20min. Eine Stimme hörten: "Sumimaseeen [=Entschuldigung], könnten Sie mir vielleicht helfen?" Jedenfalls glaube ich das. So wirklich verstanden hab ich den Kerl nicht, der etwas verloren und nass am Flussufer stand, während wir vorbeitrieben. Ohara-san erklärte mir, dass er gekentert war (hatte ich mir komischerweise gedacht) und er versuchen würde zu Fuss weiter zu gehen, aber wir sollten doch bitte seiner Frau sagen, dass alles in Ordnung wäre, die würde nämlich ein paar Kilometer flussabwärts auf ihn warten und vielleicht etwas besorgt, wenn sie das leere Kayak vorbeitreiben sähe. Wir konnten ihn leider nicht mitnehmen, dafür sind die Kayaks zu klein. Des Mannes Situation war aber etwas schwierig, da der Fluss nicht in einem festen Ufer endete, sondern in einer Art Sumpf mit Bäumen, die aus dem Wasser empor wuchsen und so weiter. Wie gesagt, Everglades. Vielleicht noch mal 20min später hatten wir das Kayak dann eingeholt und eingesammelt, um der Frau (die an dem Ort stand, der auch unser Zielpunkt war) mitteilen zu können, dass mit ihrem Mann alles in Ordnung sei. Dann Polizei gerufen und das nächste Kayak kam an, der Guide hatte schon seinen Leuten Bescheid gesagt, damit sie ein Motorboot vorbeischicken und und und. Für die heldenhafte Rettung des Kayaks wurden wir dann zum Mittagessen eingeladen, nice.
Ein anderes Highlight war die Kayaktour zu den Seerobben. Oh ja, Robben! Und sie waren so süß! Wie sie in einige Entfernung neben den Kayaks schwammen, die kleinen Köpfchen mit den großen Kulleraugen aus dem Wasser streckend... Awesome. Dann war da noch der Moment, in dem wir angehalten haben, um ein Eis zu kaufen und ich danach schnell zu einer kleinen Weide gelaufen bin, auf der süße Ponies Grashalme rupften. So war ich also dabei, aus meiner einen Hand das Eis zu schlemmen, während das kleine Pony genüßlich meine andere Hand abschlabberte.
Am nächsten Morgen ging es dann auf einen Vulkan, so in echt und wirklich. Da roch es dann auch nach faulen Eiern, aber das war okay. Und schon war der Spuk wieder vorbei, noch einen Tag alleine Sapporo unsicher gemacht und dann zurück nach Tokushima. Diese Information nur für diejenigen, die bis hier unten durchgehalten haben :)

20 Juni 2009

Mjam 2

Yay, Essen! Hier also

Teil 2: Typisch japanisch

1. Udon. Nudeln. Ja, Überraschung. Die Japaner essen viel Nudeln. Udon ist ein Typ Nudel und zwar einer von der dickeren Sorte. Relativ weiche, dicke Buchweizennudeln. Werden immer in einer Schüssel serviert, als eine Art Suppe. Kommt meist mit Frühlingszwiebeln und anderen Dingen, die ich jetzt nicht näher bestimmen kann. Schmeckt ganz okay, das Problem ist mehr das Esswerkzeug. Ich schaff es einfach nicht mit den Stäbchen die Dinger einigermaßen safe in meinen Mund zu bekommen. Hab ja noch ein bisschen Zeit zum üben.

2. Ramen (sind eigentlich chinesisch, glaub ich, aber werden hier verjapanischt gegessen). Noch mal Nudeln, tata! Sehen so aus:



Schmecken mir besser als Udon, die Problematik mit den Stäbchen ist aber komischerweise die gleiche... Und lasst euch auf dem Foto nicht von dem Löffel in die Irre führen, der dient nur dazu, die Flüssigkeit aufzulöffeln.

3. Tempura. Frittiertes. Alles! Was ich schon frittiert gegessen hab, der Wahnsinn. Fisch (natürlich), Süßkartoffel, Kürbis, Paprika, Petersilie (!!!) und andere Dinge. Hier mal ein Beispiel für ein Tempura Mahl:



Like it. Auch wenn's manchmal ein bisschen fettig ist, man sollte es halt nicht jeden Tag essen. Auch wieder eine Herausforderung für die Stäbchen (bzw. den Stäbchenhalter), weil man einen ganzen Fisch irgendwie mit den 2 Holzknüppeln in die Nähe des Mundes bringen, dann davon abbeissen und schliesslich den Rest wieder auf dem Teller ablegen muss.

4. Okonomiyaki. Ach ja. Japanische Pizza oder Pfannkuchen. Geil! Sehr lecker. Teigmasse mit kleingehacktem Kohl und anderen geheimnisvollen Zutaten und den Rest sucht man selbst aus. Mit Scampi oder Hühnchen, Schweinefleisch oder Fisch, mit Käse oder ohne... Endless possibilities in the world of Okonomiyaki. Damit ihr auch Hunger bekommt:



Hier ist die Zubereitungsart interessant, die Zutaten werden gemischt und auf eine heisse Platte gekippt, wo sie so lange rumgeschoben werden, bis der Okonomiyako fertig ist. Man selbst sitzt an einem Tisch, der im Prinzip nur eine heisse Platte mit einem 10cm Holzrahmen außen rum ist. So bleibt der Pfannkuchen warm, sehr praktisch. Dazu gibt es noch eine spezielle Kräutermischung und eine dunkle Sauce, die total lecker ist. Eins meiner Lieblingsessen hier in Japan.

So, das soll's erst mal gewesen sein, ich geh jetzt nämlich selbst was essen :)

07 Juni 2009

Mjam

Wie konnte ich nur so lange in diesen Blog schreiben, ohne jemals vom japanischen Essen erzählt zu haben? Ein Ding der Unmöglichkeit, eigentlich, aber der Wendepunkt in der Geschichte dieses Blogs ist gekommen - ab heute wird (auch) über Essen berichtet! In kleinen, portionsgerechten Häppchen :)

Teil I: Süßigkeiten

Fangen wir gleich mal mit dem Wichtigsten an: Süßigkeiten! Erste gute Nachricht: Japanische Schokolade schmeckt lecker. Puh. Ich höre, wie ein aufatmender Seufzer durch die Leserschaft geht, erleichterte Blicke werden ausgetauscht - die Qualität des Grundnahrungsmittels ist einwandfrei. Ansonsten haben die Japaner bei Süßigkeiten einen eher, wie soll ich sagen, ausgefallenen Geschmack.

1. Bohnen. Wie, was? Bohnen? Ja, genau, Bohnen. Und nicht Kakaobohnen, die lass ich als Süßigkeit gelten, nein, es handelt sich um ganz normale Bohnen. Und man findet sie überall. Beanpaste ist das magische Wort, die Füllung für alles, was gefüllt werden kann. Und wie schmeckt das ganze nun? Na jaaa. Ganz bestimmt nicht meine Lieblingssüßigkeit. Ein paar Bohnen im Brot, okay. Aber 70% Bohnenmatsch und der Rest Brot? Ne, danke. Das Problem ist einfach die Omnipräsenz.

2. Ricecake. Ich dachte da natürlich an einen richtigen Kuchen, aber ein Ricecake ist das hier:



In ein Blatt gewickelt und von der Konsistenz her irgendwie merkwürdig. Das Problem ist, dass auch diese Süßigkeit oft (oder sogar immer? Weiß ich grad nicht genau) mit Bohnenpaste gefüllt ist... Schmeckt mir irgendwie zu sabschig.

3. Zimtkekse. Whoa. Addicted. Kleine gebogene Vierecke mit Zimtgeschmack, sehr lecker.

4. Vanillefische. Jetzt ist euch gerade ein angeekelter Schauer über den Rücken gelaufen, oder? Fische mit Vanille? Jepp, und es schmeckt sogar sehr gut!



Der hier ist allerdings mit Schokocreme gefüllt, denn es handelt sich natürlich nicht um echte Fische, sondern um welche aus Teig. Gibt es (wie könnte es anders sein) auch mit Bohnenmatschfüllung.

5. Süßkartoffeln. in Deutschland eher nicht so oft auf dem Speiseplan, dafür in Japan aber überraschend oft. Als Sweetpotatocake, mit Zimt, in Teig gehüllt, als Kekse... Like it.

6. Macha Eiscreme. Eis mit dem Geschmack von grünem Tee. Erstaunlich lecker, ohne Schmu.

Das wär's dann erst mal, glaube ich. Hab bestimmt noch was wichtiges vergessen, aber das kommt dann als Extra in der Kategorie Meeretiere oder so :) Werd dann mal schnell an der Tourist Info ein Macha Eis kaufen, um danach an den Strand zu fahren, denn das Wetter ist supaaaaaa!

04 Juni 2009

Moin froier Tag

War zwar schon am Dienstag, aber egal. Morgens aus dem Bett gequält, um auf in die Stadt der Städte zu fahren - Tokushima. Im Zug gepennt und mich halb wie ein Japaner gefühlt, weil ich meine Station nicht verschlafen hab. Inzwischen hab ich nämlich die süßen Seiten der Stadt entdeckt. Das wäre zum ersten der Essensmarkt im Erdgeschoss eines Kaufhauses und dann im selben Kaufhaus der Importshop im Ersten Stock. Wow. Meine Augen fingen an zu glänzen, als ich diese geheiligten Hallen betrat und folgende Artikel erblickte: Ritterschokolade, Kühne Gewürzgurken und Sauerkraut, echten Käse, Warsteiner(!!!), italienisches Pesto, Haribo und Katjes und 1000 andere tolle Sachen. Hab mich dieses Mal zurück gehalten und nur Pesto, Fentimans Curiosity Cola (hat gewirkt bei mir, ich war neugierig genug sie zu kaufen) und Toblerone gekauft. Nach dem Japanischunterricht hab ich dann einen kleinen Herzinfarkt bekommen, als ich feststellen musste, dass unser aller Lieblingsladen, der Häagen Dasz Shop, geschlossen war! War kurz vorm Weinen, bis ich mich erinnerte, dass es ja noch einen von den Läden gab. Puh. Und zwar im FujiGran (Einkaufszentrum), wo ich eh hinwollte, da Kinotag angesagt war.
StarTrek. Sonst hätte ich nur Angels & Demons gucken können und der erste Teil war schon so schlecht, nee danke. Erinnert sich eigentlich noch jemand daran, wie wir in Weimar in den Film gegangen sind und nach der Pause nur der Ton weiterlief, aber kein Bild da war? Damals...
Tja, was soll ich sagen. Bin eigentlich nur ins Kino, wegen des Popcorns und der Cola und dem Gefühl mit anderen Leuten im Dunkeln zu sitzen und auf eine grelle Leinwand zu starren, aber so schlecht fand ich den Film gar nicht. Kann mir ja mal erlauben zu sagen, dass Spock hotter ist als das William Shatner Double, weil ich ein Mädchen bin (das Argument aller Argumente). Finde es auch immer wieder schön, wenn in futuristischen Filmen, in denen man mit Warp durch Zeit und Raum reist, anstelle von Pistolen Schwerter verwendet werden. Auch toll sind die Szenen, in denen das Monster nicht einfach zubeisst, sondern erst lange und ausgiebig rumbrüllt und seinen Speichel verteilt, damit das Opfer noch eine Chance bekommt wegzulaufen. Und das mein ich jetzt ernst, ich mag Unlogik in den meisten Fällen. Außer wenn mein PC unlogischerweise nicht funktioniert. Was ich noch bemerkenswert fand war, dass der Co-Producer David Witz hieß. Ich bin wirklich leicht zu amüsieren, uh.
Im FujiGran befindet sich mein absoluter Lieblingsladen, jedenfalls in der Kategorie, wo es nicht ums Essen geht. Dort werden nur Dinge verkauft, die man wirklich braucht. Snoopy Tassen, Spiderman Seifenspender, Hanfduftkerzen, Schulhefte mit Tim&Struppi Print, Taschenrechner, die aussehen wie eine Schokoladentafel... Es gibt so ziemlich alles, was awesome ist und ich hab mir das allerawesomeste gekauft. Die kleine Raupe Nimmersatt auf Japanisch! Aaaawwwee! Und der Hammer: Ich versteh sogar 80% des Buchs! Auf japanisch. Woot. Okay, die Geschichte ist jetzt auch kein Drama von Shakespeare, aber trotzdem. Ich bin stolz auf mich. Und dann musste ich leider noch Bambi auf Japanisch mitnehmen. Warum ist alles cooler, wenn es auf Japanisch ist? Ich weiß es auch nicht so genau, aber eine Bambi DVD ist nie ein Fehlkauf. Weil ich ein Mädchen bin, ha!

15 Mai 2009

Eine Woche voller Awesomeness

neigt sich langsam dem Ende zu. Der Anfang ließ sich schon sehen, quasi der Klimax vor der Spannungssteigerung - ich hab im Deutschunterricht gefehlt, als es um das korrekte Erzählen von Geschichten ging. Ich hatte frei! 3 Tage am Stück, 72 lange Stunden. Wahnsinn. Hab mich morgens aufgemacht und bin mit der Bimmelbahn nach Tokushima, um da einen Bus nach Kochi zu nehmen. Kochi, das Land, in dem Träume wahr werden und Wunder Wirklichkeit. Oder so. Irgendwann nachmittags angekommen, die Tourist Info am Bahnhof für mehrere Stunden lahm gelegt und erfolgreich 2 Übernachtungen in einem traditionellen Japanischen Gasthaus gebucht. Da bin ich dann auch nach dem Kauf von FlipFlops (wie konnte ich so lange ohne überleben?) hingetingelt und wurde von einer süßen alten Dame empfangen. Hund neben der Couch, Zimmer mit Futon.
Die nächsten Tage besichtigte ich das Schloss, betrieb ein bisschen Sightseeing und fühlte mich wie Indiana Jones, als ich die Tropfsteinhöhlen von Ryulalala erkundigte. Jungfrau Maria und Buddha inklusive. Sehr schnell war auch schon wieder Mittwoch abend und ich machte mich wieder auf den Weg nach Hiwasa. Doch damit war die Awesomeness noch nicht vorbei, weit gefehlt! Am Donnerstag Nachmittag stachen mein Kayak und ich in See, zum ersten Mal alleine, yay. Vielleicht bin es ja auch nur ich, aber der Ozean ist einfach nur cool. Bin ruhig zwischen den Felsen dahingetrieben und hab die Fische unter mir beobachtet, die Quallen, Algen und Korallen. Dann an einem Strand Pause gemacht und Schnecken, Muscheln und Krebse gesammelt - nice. Heute morgen dann ein neues Kapitel Awesomeness: Surfen! Junko-san und ich mit Neopren Anzug und Surfboard am Strand... a Draum. Gar nicht mal so einfach die Sache, lasst es euch gesagt sein. Hab's nicht wirklich gebacken bekommen, aufzustehen, aber war trotzdem Phun! Erst mal mit dem Board klar kommen war meine Devise. Werde definitiv einen nächsten Versuch starten. Wellen, nehmt euch in Acht, mwahaha!

07 Mai 2009

Mein erster Halbmarathon

Ich bin ihn gestern gelaufen. 22km in runden 2 Stunden. Damit ist es also offiziell, ich bin awesome ;) Ne, im Ernst. Ich war selbst von mir überrascht. Am Dienstag abend meinte Sugimoto-san nur beiläufig, dass wir am nächsten Tag von Mugi nach Hiwasa laufen, also 22km. Ich sagte bloß: "Okay." und beschloss nicht weiter drüber nachzudenken. Am Mittwoch vormittag eine kleine Kayaktour gemacht (nach Ewigkeiten mal wieder einen Gaijin getroffen, Ben aus England) und nach dem Mittagessen ging's dann los. Ich vorweg, weil ich ihm vorher gesagt hatte, dass ich in meinem Tempo laufen würde und nicht in seinem, was er stillschweigend akzeptiert hat. Das Wetter war relativ warm und der große Vorteil der ganzen Sache: Wir sind auf der Straße gelaufen. Das heisst: Keine Steine, keine megasteilen, kilometerlangen Treppen und überhaupt sehr entspanntes Laufen. Es ging schon ein bisschen bergauf und bergab, aber das war eigentlich kein Problem.Ich konnte das ganze sogar geniessen, die Landschaft war voll schön und wir haben eine Schlange, mehrere Affen und Eidechsen auf dem Weg gesehen. Sehr wenig Verkehr und das knarzende Geräusch der Zikaden im Hintergrund... Nice.
Von der Kondition her war es echt kein Problem, nur meine Knie und Fusssohlen haben sich dann irgendwann wegen des vielen hoch und runter Laufens beschwert. Hallo, kann mir grad jemand noch mal sagen, dass ich gestern wirklich ohne größere Schwierigkeiten 22km gelaufen bin? Irgendwie glaube ich es selbst noch nicht. Gegen die 90km Fahrradtour oder auch nur die 13km Laufstrecke über die Berge war das hier fast ein Kinderspiel. Jetzt bin ich selbst schon eine von diesen ekelhaft sportlichen Personen geworden, oder wie? Wenn ich wieder in Deutschland bin, werd ich als einzigen Sport nur noch Tischkicker betreiben, so kann es ja nicht weitergehen.

05 Mai 2009

10 Dinge, die man über meinen Chef wissen sollte

Wenn möglich, bevor man ein Praktikum in seiner Firma anfängt :) Falls ihr das vorhaben solltet, kommen hier die 10 Dinge, die man über meinen Chef wissen sollte. Fangen wir mal mit dem Knaller an.

1. Wir sitzen im Auto und führen ein ziemlich interessantes Gespräch.
S: Ich verrate dir jetzt mein größtes Geheimnis.
Ich: Ähm, okayyyy. [Stellte mich auf Von Aliens entführt und als Forschungsobjekt missbraucht oder Bis vor 3 Jahren war ich eine Frau ein.]
S: Ich kann nicht schwimmen.
Ich: Ne. Nicht im Ernst, oder?
S: Doch, ehrlich. In einem Pool ohne Wellen schaff ich vielleicht 10m am Stück, bevor ich absaufe.
Ich: WAS?!?! Aber... Sie sind doch Kayakguide und wie kann man denn da nicht schwimmen können???
S: Oh, viele Kayakleute können nicht schwimmen. Ich halt auch nicht.
Fakt 1 - mein Chef kann nicht schwimmen.

2. Wenn jemand fragt, woher die Schürfwunden an meinem Bein kommen, sagt er ohne mit der Wimper zu zucken: "Oh, das? Domestic Violence."

3. Er war mal Bodybuilder. Mit Arme rasieren und einölen. Ich lag bestimmt 5 Minuten am Boden, während er nur verlegen grinste. Es gibt sogar Fotos, aber selbst im Austausch gegen Fotos von mir mit lila Haaren wollte er sie nicht zeigen. Damn.

4. Er wird nicht gerne nass. Deswegen, und weil er nicht schwimmen kann, ist er Kayakguide geworden. Ich bin ja an und für mich kein sehr logischer Mensch, aber er spielt in einer ganz anderen Liga.

5. Die Schriftzeichen für seinen Vornamen (Masaaki) bedeuten Eleganz und Helligkeit. Viel weniger passend kann ein Name nicht sein, er ist einer der tolpatschigsten Menschen, die ich kenne.

6. Er hat Angst vor seiner Mutter. Das erste Wort, was ihm zu ihr einfiel war Kowai (= scary). Er würde gern mal Inlineskates fahren, aber weil die im Haus seiner Mutter sind, verzichtet er lieber darauf. Weil er sie ja treffen würde, wenn er seine Skates abholt. Die Frau würde ich gern mal kennen lernen.

7. Er hat einen grauenhaften Musikgeschmack. Wenn ihr jemals mit ihm in einem Auto sitzt, dann kommt nicht auf den Gedanken eine von seinen CDs in das Autoradio zu schieben. Es kommt schliesslich ein bisschen unhöflich rüber, wenn man nach einem halben Lied das Radio wieder anschaltet und eine ganze CD lang diese Musik zu ertragen erfordert einiges an Selbstbeherrschung. Japanischer Schlager, oder so.

8. Er hat früher relativ erfolgreich Rugby gespielt (war in dem Zusammenhang auch in Australien und China) und hat sich, während er diesen Sport ausgeübt hat, lockere 20 Mal etwas gebrochen. Das in seinem Körper noch irgendwas zusammenhält muss wohl ein medizinisches Wunder sein.

9. Kennt einer von euch noch die kleinen Roller, die eine Zeit lang mal total in Mode waren? Sugimoto-san hat auch einen, aber nicht, um damit mal schnell in den Supermarkt zu fahren. Er ist damit früher auf Reisen gegangen. An sich nicht so spektakulär, bis er dann beiläufig erwähnt, dass er pro Tag teilweise 100km mit dem Ding geschafft hat...

10. Er braucht eigentlich eine Brille. Aber weil er Brillen nicht mag, trägt er halt keine. Gut, dass ich einen nicht zu vernachlässigenden Teil der Arbeitszeit neben ihm im Auto auf dem Beifahrersitz verbringe. Kann ihn aber irgendwo verstehen, beim Kayakfahren und Coasteering nervt es ganz schön, wenn das Salz einem die Gläser verkrustet.

04 Mai 2009

Und so.

Hab diese Tage ohne Blog merkwürdigerweise ohne Entzugserscheinungen überstanden. Es war nämlich extrem viel los und wenn ich alles erzählen würde, dann könnte ich Weihnachten mit dem Reden aufhören. Vielleicht auch erst Silvester. 2020. Egal. Hier der Schnelldurchlauf:
23. April - Mia als Teletubbie. Icke im Fernsehen und so. Erst beim Schildkrötenputzen gefilmt, wo ich 3 mal hintereinander in die Kamera sagen musste: "Yes, I love taking care of the Seaturtles!" während ich den Dingern den Panzer geschrubbt habe. Die beiden Male davor war es den Filmleuten nicht enthusiastisch genug. Ähm ja. Ich putze hier Schildkröten und keine Goldbarren, also Verzeihung, wenn ich nicht mit einem seligen Lächeln auf den Lippen den Schwamm küsse, der vorher den heiligen Körper der Wunderschildkröte berührt hat. Ich musste den ganzen Tag über relativ oft die selbe Szene noch mal sagen, was irgendwie bizarr war, denn ich hab mich ja selbst gespielt und da ist alles beim ersten Take perfekt, oder wollen die jemand anderen für die Rolle?
24. April - Mia als Tour de France Sieger. Obwohl ich auf das gelbe Shirt echt verzichten könnte, die Farbe steht mir nicht. Einige von euch wissen es schon, für die anderen sag ich es gern noch mal: Mit dem Fahrrad 90km auf einen 1500m hohen Berg innerhalb von 13 Stunden. Ich weiß nicht mehr, was mehr wehtat, mein Arsch vom langen Sitzen, meine Oberschenkel vom Treten oder meine Hände von der Abfahrt auf der Schotterpiste. Ist ja auch egal, ich hab's jedenfalls geschafft. In your face, mountain!
25. April - Mia auf dem Weg zum Ozean. Unfreiwillig. Aber von vorne. Owa-san, Sugimoto-san und ich waren dabei an der Steilküste einen Weg zu für das Adventure Race auszukundschaften. An einer Stelle war's dann irgendwie rutschig und ich hab den Halt verloren und rauschte gar nicht mal so langsam den Berg runter, in Richtung des Abgrunds, unter dem der Ozean mit großen Wellen gegen die felsige Küste schlug... Zum Glück konnte ich mich an einem Stein festklammern und so den Sturz bremsen, der mir nette Schürfwunden an Rücken, Beinen und Händen eingebracht hat. Wie Weihnachten und Ostern gleichzeitig. Ich weiß nicht, wer mehr erschrocken war, Sugimoto-san oder ich, er meinte danach nur, dass ich doch bitte vorsichtig sein soll. Ja ne, wenn er das vorher gesagt hätte, dann hätte ich natürlich mehr aufgepasst...
27. & 28. April - Mias erste Camping Kayaktour. Nice. Am Strand angekommen, Zelte aufgeschlagen, am Lagerfeuer gesessen und in den Sternenhimmel geschaut... So wie man es sich vorstellt.
2. Mai - Mia als Tourguide. Erste selbstorganisierte Tour geführt. Mit 2 Japanern durch Hiwasa getingelt. Böschung. Und dabei auf Japanisch und Englisch ein bissl das Dorf erklärt. "If you look to the left - you see Hiwasa. If you look to the right - you see Hiwasa." Ein bisschen mehr konnte ich schon sagen, aber für Standing Ovations hat's gerade eben nicht wirklich gereicht. Dafür wieder netten Brauch entdeckt: Wenn man als müder Pilgerer aus dem Tempel kommt, dann wird man von einer Horde fürsorglicher japanischer Frauen empfangen, die einem Tee und Kuchen servieren, natürlich kostenlos. Wenn man kein Pilgerer ist, sondern nur blond und doof, wird man trotzdem bemuttert, awesome.

Was bleibt noch zu sagen? Ich hab mein erstes Sushi gerollt. Asuka-san hat mir beigebracht, wie ich "Weiche, Teufel!" auf japanisch zu Sugimoto-san (mein Boss) sagen kann. Sehr nützlich. Es gibt Leute, die Höhenangst haben und als Lieblingssportart Freeclimbing angeben. Und es gibt Leute, die Kayakguides sind und nicht schwimmen können, aber da komm ich später noch mal näher drauf zu sprechen. Lang lebe die Königin!

21 April 2009

Schnelldurchlauf

Am Samstag
mitteleuropäischer Zeit pflanzte ich Reis. Na gut, vielleicht eher mitteljapanischer Zeit. Morgens Strohhut aufgesetzt, die Gummistiefel bis über die Knie hochgezogen (ehrlich, waren Fischerstiefel) und ab ging's zu Masuda-san. Um es mal zusammenzufassen:
Verhutzelte Oma, die auf einem Traktor das Reisfeld pflügte.
Verhutzelte Oma 2, die mir 1000 und eine Sache auf japanisch erklärt hat. Lächeln und winken. Wahlweise nicken.
Reisjünglinge auf den Laster geladen und an den Feldböschungen verteilt (Böschung ist übrigens ein gutes Wort, werde es in Zukunft öfter verwenden).
Auf der Ladefläche des Minilasters zurückgefahren, der Wind will deinen Hut mitnehmen, aber er hat nicht mit der Schnur unterm Kinn gerechnet. Ha!
Im Matsch gespielt (respektive: grüne Halme in den Schlamm gepropft), sich wie 5 gefühlt und gelernt, dass japanische Kinder keine Matschkuchen backen, sondern Matschokonomiyaki... Oh man, die sind schon in jungem Alter so viel professioneller.

Am Sonntag
früh aufgestanden, um mit den Fischen zu frühstücken. Das futuristischste (what a word) Kayak diesseits des Äquators gesehen, das trotz eines Sonarsystems (oder so was in der Art, hat jedenfalls gepiepst, wenn Fische in der Nähe waren) und 4 verschiedenen Angeln nicht dazu in der Lage war, mehr als einen winzigen Fisch zu fangen. Nachmittags festgestellt, dass ich doch keine Eskimo Rolle kann. Größeres Kayak = keine Chance. Mit meinen zarten Hüften und dünnen Ärmchen hing ich leider hilflos kopfunter Wasser und bekam die verdammte Schwimmingdevice nicht annähernd wieder in eine manövrierbare Lage. Aber die Wasserqualität war gut und ich frag mich immer noch, warum ich mit einer Taucherbrille unter Wasser so gut sehen kann.

Am Montag
Wochenbesprechung. Donnerstagsdialog:
S: "Okay, am Donnerstag bist du also morgens im Schildkrötenmuseum, mittags fahren wir dann mit Emi-san zu den Wasserfällen und danach kannst du Oya-san beim Kochen helfen, bevor du zum Awa Odori tanzen gehst."
Ich: "Oh cool, kochen mit Oya-san! Aber sollte am Donnerstag nicht das Fernsehinterview [oh ja, mein bleiches Gesicht wird die Fernsehbildschirme dieses Landes schmücken] sein? Findet das jetzt doch nicht statt?" Hoffnungsvoller Schimmer in meinen Augen.
S: "Hatte ich das nicht erwähnt? Die sind den ganzen Tag dabei."
Ich: "Whhuuut? Waaaas? Wiiiee bitte???"
S: "Jepp."
Na toll, ich hatte mich mit Zähneknirschen auf ein 20 Minuten Interview eingestellt und jetzt hängt mir den ganzen Tag eine Kamera am Arsch. Kommen die dann auch mit, wenn ich auf Toilette gehe? Ich will nicht. Will. Nicht.

Heute
hab ich surfen gelernt. Jawoll, mit einem Kayak. Auf der Hinfahrt meinte Sugimoto-san nur: "Also, falls du kenterst - obwohl... Nachdem du dann gekentert bist, achte darauf dein Kayak und das Paddel festzuhalten." Es stand also schon fest. Heute würde ich Salzwasser schlucken, hooray. Zum ersten Mal unfreiwillig. Ein Handbuch für Surfer:
1. Paddle möglichst gerade durch die brechenden Wellen und freu dich über die gratis Dusche.
2. Versuch dein Kayak umzudrehen, damit du auf den Wellen in Richtung Strand reiten kannst. Kentere bei dem Versuch.
3. Achte beim Zurückklettern ins Kayak darauf, dass es schon in die richtige Richtung zeigt und warte die nächste große Welle ab, auf der du dann tatsächlich surfst.
4. Fühle für ein paar Sekunden das Hochgefühl, auf der Welle dahinzuschiessen.
5. Verliere die Kontrolle über dein Kayak und werde von der Welle überrollt. Kentere.
6. Gewinne nach und nach ein Gefühl für die Wellen und erwische ein paar echt gute. Ruf laut Yiieehaaaa! während du auf dem Wellenkamm reitest.
7. Paddele erschöpft aber glücklich zum Strand zurück. Fühle dich gut - du hast es geschafft. Lass das Paddel locker in den Händen liegen. Werde von einer kleinen Welle von hintern überrascht und kentere.
8. Zieh dein Kayak an Land und gehe direkt in die warme Dusche. Gehe nicht über Los und ziehe keine erneute Ladung Salzwasser ein.

Ne, im Ernst. Surfen macht voll Spass, wenn man es denn kann. Ich muss halt nur noch ein bisschen üben.